Sonntag, 3. September 2006

Das Halmorakel

Abgelegt unter: Tír na nÓg — -mat- filid brandy @ 20:15:35 CEST

In einen zwîvellîechen wân,
was ich gesezzen, und gedâhte,
Ich wolte von ir dienste gân;
wan daz ein trôst mich wider brâhte.
Trôst mag ez rehte nicht geheizen, owê des!
ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn,
sô kleine, swenne ich’z iu gesage, ir spottet mîn.
doch fröut sich lützel ieman, er enwizze wes.

Mich hât ein halm gemachet frô:
er giht, ich sül genâde vinden.
Ich maz daz selbe kleine strô,
als ich hie vor gesach von kinden.
Nû hœret unde merket, ob si’z denne tuo.
“si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.”
swie dicke ich’z alsô maz, sô was daz ende guot.
daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.

– Walter von der Vogelweide

Erstellt in 0.271 Sekunden.