Fußnoten
- Vorwort
- Einleitung
- Ausgeführt in ihren beiden Hauptwerken,
Murray (1921) und (1933).
- Linderholm(1918)
- Wie lange diese Traditionen schon auf europäischem
Boden existiere, stellte sich erst während der vergangenen Jahrzehnte
heraus. Nach Gitmbutas (1974) kann man sie bis ca. 7000 v. Chr. zurückverfolgen,
als in einem Gebiet, das im Norden von der Donau, im Süden von Kreta, im
Westen von Mitteiltallen und im Osten von Kleinasien begrenzt wurde, eine
Kultur entstand, in deren gedanklicher Vorstellungswelt das männliche
und das weibliche Prinzip einander ebenbürtig waren. Die Große
Göttin und ihr männliches Gegenstück, der Dionysos
des Steinzeitalters wurden sowohl mit den Mondvierteln und dem
Stierhorn als auch mit Yoni (das weibliche Zeugungsorgan, Anm. d. Übers.)
und Phallus in Verbindung gebracht. Gemeinsam lenkten sie Geburt, Schicksal
und Tod des Menschen. Diese Kultur verschwand mit dem Einfall der
Indoeuropäer im vorgeschichtlichen Europa, und die Große Göttin,
überlebte nur in den Figuren Hekates, Circes und Medeas.
- Cf. Viele neuere Bibelübersetzungen
gebrauchen das Wort
Zauberer oder einen ähnlichen Ausdruck, wogegen die lat. Vulgata
venefici, benutzt.
- Der Hexengarten
- Die Hexe sammelte ihre Kräuter nicht nur
deshalb im Schutze der Dunkelheit, weil sie nicht gesehen werden
wollte, sondern auch, weil sie wie ihre Zeitgenossen glaubte, daß es für
jede Hell- und Zauberpflanze einen für die Ernte günstigsten Zeitpunkt
gab, an dem die Wirkung der Pfanze am stärksten war und sie durch
Ausgraben oder Abschneiden am wenigsten von dieser Stärke verlor.
Alle, bzw. fast alle der Hexenkräuter mußten nachts gesammelt
werden, einige davon bei abnehmendem Mond, oder bei Mondfinsternis,
andere wiederum bei zunehmendem Mond, die sagenumwobene
Mondraute, Botrychium lunaria, gar bei Vollmond. Da der Einfluß
des Mondes auf eine Anzahl biologischer Vorgänge in neuerer Zeit
bewiesen worden ist, besteht aller Grund zu glauben, daß die Hexe
genau wußte, was sie tat.
Wir Menschen sind des Mondes Nahrung, sagte einmal ein
chinesischer Weiser, und vielleicht trifft auf die Pflanzen dasselbe zu.
- Alraune
- Als Richtschnur für begeisterte Anhänger
unter uns, soll noch erwähnt werden, daß eine Art der Alraune,
Mandragora autumnalis, im Winter in herrlichen malvenfarbigen und weiß-malvenfarbigen
Blüten auf Rhodos blüht. Die Früchte, rotgoldene Liebesäpfel,
werden im Mai reif und sollten sofort nach dem Pflücken verzehrt wer-den,
da ihr Geruch, der im Lied Salomons erwähnt wird, sehr schnell in einen
unangenehmen Gestank übergeht.
- Frits Heide (1921), Die Mandragora im alten Ägypten,
Tidsskrift for Historisk Botanik, Bd. 1, 5. 21, bestreitet diese Identifikation
jedoch.
- Heutzutage sind sich die Botaniker darüber
einig, daß Liebesäpfel die Früchte von M. vernalis sind, wogegen
in früheren Zeiten, als Meinungsverschiedenheiten über das kleinste Pünktchen
in der Bibel noch Leidenschaften zu entfachen vermochten, unter den Gelehrten
eine lange und bittere Fehde darüber entbrannte, was mit dem hebräischen
Wort dudaim gemeint war - die Osterlihe, das Veilchen, die Brombeere,
ja selbst die Banane wurden vorgeschlagen. Als Kuriosum mag in diesem
Zusammenhang erwähnt werden, daß ein englischer Autor, Hughj.
Schonfield, in seinem Buch The Passover Plot behauptet, daß in
der Tatsache, daß Jesus am Kreuz ein in Essig getränkter Schwamm
gereicht wurde, ein dritter, wenn auch sehr verborgener Hinweis auf die
Mandragora in den Evangelien zu sehen sei. Schonfield ist der Ansicht, daß
der Essig Mandragorasaft enthielt, der in Christus einen todesähnlichen
Zustand hervorgerufen hatte. Auf diese Weise wollte man ihn so schnell wie möglich
vom Kreuz abnehmen, um ihn mit Hilfe der Ärzte wieder zum Leben erwecken zu
können. Der Plan schlug allerdings fehl, als einer der Söldner -
unerwartet und völlig regelwidrig - Christus die Lanze in die Seite stieß.
- Theophrast, II, 5.259-261.
- Heiberg (1917), 5.11.
- Dioscorides, IV, 5.189-191.
- Josephus, Flavius, VII, 6, 3.
- Aelian, XIV, 27, Bd. 3, 5. 189-,191.
- Diese Überlieferung befruchtete die
Dichtkunst mit neuen Bildern und Metaphern, vgl. dazu John Donnes The
Progresse of the Soule aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts.
- In alten Tierbilderbüchern des Mittelalters
ist zu lesen, daß Elefanten, wenn die Brunstzeit naht, in Richtung des
Gartens von Eden wandern. Das männliche Tier ist nämlich von Natur aus
so tugendhaft, daß es erst dann der Verführung, sich mit dem Weibchen
zu vereinigen, erliegen kann, nachdem es vom Weibchen dazu verlockt wurde, von
den Früchten der Mandragora zu essen, die im und in der Nähe des
Paradieses wachsen
- Mit der Zeit erhielt die Mandragora viele
verschiedene Namen: Neben Galgenmännchen und Drachenpuppe
wurde sie im Dänischen auch Dollwurz, Armesünderblume, Henkerswurzel
und Folterknechtwurzel genannt. Die Bezeichnung Drachen-Puppe ist möglicherweise
durch eine Fehlinterpretation der zweiten Silbe von Mandragora entstanden, wie
es im dänischen Verb drage vorkommt, was soviel wie ziehen
oder anziehen bedeutet, oder aber es ist eine Ableitung vom deutschen
Wort Drache (drage im Dänischen), das sowohl zur
Bezeichnung des, Fabelwesens als auch eines dämonischen Wesens dient, das
demjenigen, der mit Zauberkräften Macht über es gewinnt, große
Reichtümer bringt. Im Dänischen taucht Dukkeurt (wörtlich
übersetzt Dollwurz) zum erstenmal in Hans Tavsens Übersetzung
der Genesis auf. Die Bezeichnungen
Armesünderblume, Henkerswurzel und Folterknechtwurzel
sind deshalb von Interesse, weil sie nahelegen, daß der Folterknecht und
sein Opfer mehr mit der Mandragora zu tun hatten, als gemeinhin angenommen
wurde. Es ist anzunehmen, daß das schläfrigmachende Getränk, das
der Folterknecht dem Verurteilten manchmal vor der Folter oder der Hinrichtung
gab, den Saft der Mandragorabeeren, gemischt mit Wein oder Essig, enthielt. Das
angeblich regelmäßige Vorkommen der Pflanze unter Galgen wird somit
recht glaubwürdig und ein bisher als vollkommen abergläubisch eingeschätzter
Teil der Alraunen-Legende erhält plötzlich eine ganz natürliche
Erklärung.
- Wenn eine Frau während ihrer Schwangerschaft
stahl, dann wurde das Kind dabei geschädigt, das heißt, es
entwickelte sich, wenn es ein Junge war, zu einem Gauner in Reinform, ein Mädchen
zu einer Hure; diese armen Sünder, die von vornherein für
den Galgen bestimmt waren, führten auch dazu, daß es Alraunen
beiderlei Geschlechts gibt. Gemäß einer anderen Volkssage sollte das
Wort
rem wörtlich aufgefaßt werden - die Mandragora entsteht
dann in diesem Falle aus dem unabsichtlich vergossenen Samen eines keuschen
(reinen) Jungen, der unschuldig gehängt worden war.
- Übersetzt aus dem Englischen nach Woodward
(1927), S.85-86.
- Vgl. Arber (1938), 5.123.
- Weder die Mandragora noch die Drachen-Puppe
finden in irgendeinem mittelalterlichen dänischen Text Erwähnung. Es
ist jedoch stark anzunehmen, daß die verschiedenen Formen des
Mandragora-Aberglaubens Dänemark schon wesentlich früher erreichten
als schriftliche Quellen vermuten lassen würden. Eine weitaus weniger
bedeutungsvolle magische Ingredienz, Staphylea pinnata (dän. blærenød),
fand ihren Weg in den Norden schon in der römischen Eisenzeit; vgl. dazu M.
B. Mackeprangs Om et træskrin med Amuletter og undergørende
Planter (Ein hölzernes Kästchen mit Amuletts und Zauberpflanzen)
im Fra Nationalmusæets Arbejdsmark, 1936.
- Bilsenkraut
- Tollkirsche
- Stechapfel
- Schierling
- Eisenhut
- Flugsalben
- Mutterkorn und Roggenbrot
[ Inhaltsverzeichnis |
Bibliographie ]
© H. A. Hansen