next up previous contents
Next: 1.4 Probleme Up: 1.3 Das Informationssystem Previous: 1.3.2 Datenschutz und -sicherheit

1.3.3 Aufteilung des Informationssystems

 

  
Figure 4: Drei-Ebenen-Modell des Klinikinformationssystems

Drei-Ebenen-Modell

Auf abstrakter Ebene wird das Klinikinformationssystem in drei Ebenen eingeteilt. Man unterscheidet dabei die Operationelle Ebene (1), die Logische Ebene (2) und die Physikalische Ebene (3). Grafisch dargestellt ist dies im Bild auf Seite gif.

  1. Hier finden sog. Operationen statt. Dies sind Funktionskomplexe, die durch eine feste Menge von Regeln zur Verarbeitung von Information definiert sind. Operationen können aus Teiloperationen bestehen. Beispiel für solch eine Operation ist das Diagramm 'Auftragsabwicklung' auf Seite gif.
  2. Auf dieser Ebene wird die Ausführung von Operationen durch Funktionen von Anwendungssystemen wie Datenbanken oder Archiven realisiert. Dies geschieht durch Kommunikationsdienste zwischen den einzelnen Anwendungssystemen.
  3. Diese Ebene realisiert die direkte Umgebung der Anwendungssysteme. Sie stellt Betriebsmittel, Kommunikationsinfrastruktur und Schnittstellen zur Verfügung, über die die Anwendungen von Ebene 2 kommunizieren.

Anwendungssysteme benutzen die Funktionalität aller drei Ebenen. Trotzdem sollten solche Systeme oder Verfahren möglichst unabhängig von der physikalischen Ebene sein.

Verfahren

Es folgt eine Übersicht über die im Klinikum eingesetzten Verfahren. Die Darstellung der einzelnen Funktionen der Verfahren erfolgt nur stichwortartig und exemplarisch, der vollständige Funktionskatalog befindet sich in [1] ab Seite 62. Im Anhang dieser Schrift auf Seite gif befindet sich ein Diagramm zu den Verfahren.

  
Figure 5: Verfahren im Klinikum

Administrative Verfahren
Krankenhausspezifische und allgemeine Funktionen bilden die Menge der Adm. Verfahren. Erstere erfordern in der Regel spezielle Software, während letztere mit üblicher kaufmännischer, logistischer und ähnlicher Software durchgeführt werdne können. Beispiele solcher Funktionen sind:
  1. krankenhausspezifische Funktionen
    • Patientenmanagment
    • Leistungsabrechnung
    • Medizinische Dokumentation
    • Beschaffungs- und Wartungsmanagment medizinischer Gerätegif
  2. allgemeine Funktionen
    • Finanzbuchhaltung
    • Material- und Lagerwirtschaft
    • Lohn- und Gehaltsabrechnung
    • Büro-EDV
    • Datensicherung
Medizinische Verfahren
Medizinische Verfahren stellen die Funktionen zur Datenerfassung und -nutzung im klinischen Bereich zur Verfügung. Man unterteilt in fünf Gruppen:
  1. Verfahren für Stationen
    • Ärztliche und pflegerische Dokumentation und elektronische Krankenakte
    • Datenaustausch mit der Patientendatenbank, Leistungsrechnung usw.
    • Medikamenten- und Behandlungsmanagment
    • Benutzung allgemeiner Informationsdienste
  2. Verfahren für Ambulanzen
    • Planung und Terminvergabe
    • Ärztliche Dokumentation
    • Verwaltung der Patientenstammdaten mit Übergabe in die Patientendatenbank
    • Abrechnung
  3. Verfahren für Leistungsstellen
    • Übernahme und Planung der Leistungsanforderung
    • Datenverarbeitung der zugehörigen Daten
    • Terminplanung
    • Direktanschluß von Meßgeräten
    • Dokumentation der Leistungen
    • Befunderstellung und -übermittlung (auch in die Patientendatenbank)
    • Archivierung (z.B. von Bildern)
  4. Verfahren für Archive
    Hier werden Datenbank- und Hypermediasysteme mit entsprechender Datensicherheit (RAIDs usw.) eingesetzt. Für verschiedene Datenarten gibt es verschiedene Archivformen. Rechtliche Probleme mit dem Datenschutz müssen zum Teil noch geklärt werden. Eine Beschriebung eines Radiologiearchivs der US-Armee ist auf Seite gif zu finden.
    Archive müssen schnell zugänglich sein, die Daten innerhalb von Mindestzeiten sicher speichern und im Kliniknetz integriert sein.
  5. Verfahren für Forschung, Lehre und Ausbildung
    Systeme zur Online- und Offlineerfassung von Daten, Datenverarbeitung von Meß- und Simulationsdaten, statistische Erhebungen aus Patientendaten oder Fallstudien wie statistische Auswertung sind besondere Systeme für diese Verfahren. Daneben spielen Textverarbeitungen, Informationsquellen und Telekommunikation wichtige Rollen. Welche Funktionen wie realisiert werden, hängt von den Erfordernissen der Stelle ab, die diese Verfahren nutzt.
    Die Ausbildung der Studierenden in Computerräumen wie CIP-Pools zur EDV-Ausbildung im medizinischen Bereich und zur Simulation oder Lehre muß ebenfalls beachtet werden.



next up previous contents
Next: 1.4 Probleme Up: 1.3 Das Informationssystem Previous: 1.3.2 Datenschutz und -sicherheit



fritsch@fsinfo.cs.uni-sb.de