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3 Elektronische Post / eMail

3.1 Lesen angekommener Post

     Falls beim Einloggen auf den Rechner bereits Post für Dich vorhanden ist, fragt der Rechner direkt nach dem Einloggen 'execute mail (y/n)?'. Antwortest Du mit y(es), wird das Mail-Programm aufgerufen und der erste der angekommenen Briefe auf den Bildschirm geschrieben.
Selbiges passiert, wenn Du n(o) eingibst, und erst später das Mail-Programm durch Eingabe von ' mail'   aufrufst.

Da der Rechner bei der Textausgabe keine Pause macht, mußt Du die Textausgabe selbst anhalten. Dies geschieht mit der Tastenkombination +.

So wird die Textausgabe in den Pausenmodus geschaltet. Damit dann wieder Text ausgegeben werden kann, drücke einfach + .

Hier ein kurzer Beispielbrief   (dieser Brief ist ein Muster! Den Absender gibt es nicht!:

[Anfang des Briefes]

   Von daemon am Mo  2.Apr.1992, 15:04:20
   Received: by fsinfo.cs.uni-sb.de; Mon, 2 Apr 92 15:04:14 -0100
   Received: from uni-sb.de with SMTP
          by cs.uni-sb.de (5.64/UniSB-2.3/920426)
          id AA10450; Mon, 2 Apr 92 15:04:14 +0100
   Received: from phy-einstein.ulaval.ca with SMTP
          by uni-sb.de (5.61/UniSB-2.2/921119)
          id AA20760; Mon, 2 Apr 92 15:06:48 +0100
   Received: by perseus.chem.ulaval.ca.ulaval.ca (4.1/SMI-4.1)
          id AA02725; Mon, 2 Apr 92 09:04:43 EST
   Date: Mon, 2 Apr 92 09:07:06 EST
   From: Joe User <juser@chem.ulaval.ca>
   Message-Id: <9212021407.AA03989@bunsen.chem.ulaval.ca>
   To: fritsch@fsinfo.cs.uni-sb.de
   In-Reply-To: "Lothar Fritsch"'s message of Mon,2 Apr 92 12:36:45 -0100
          <9212021136.AA25828@fsinfo.cs.uni-sb.de>
   Reply-To:  juser@chem.ulaval.ca
   Subject:  Sources of an animation maker

   Hi Lothar,
        I use DKBTrace 2.12 on my SPARC.  I also use pbmplus
   for converting from pbm format to IFF format.  My problem is that
   I do not want to download 100 IFF frames on my Amiga.  I want
   to produce the animation file frame on my SPARC and download
   it.  Any idea?

    - Joe
   .---------------------------------------------------------.
   | Joe User       | Projects: AmiGraph, AmigIRAF           |
   | Chem. Dept.    | Interests: Astronomy, Comp. Sciences   |
   | Laval Univ.    | Work: On my Ph. D.            _ //     |
   | Quebec, CANADA | Citation: Not yet!            \X/      |
   `---------------------------------------------------------'
[Ende des Briefes]

Wie Du sofort siehst, stehen eine Menge verwirrende Angaben am Anfang des Briefes. In diesem Briefkopf   (engl. Header)   steht dennoch einiges an interessanter Information:

Danach kommt der (eigentliche) Brief. Das Kästchen am Ende des Briefs heißt ' signature' (engl. für Unterschrift).     So etwas legen sich viele Leute zurecht und hängen es ans Ende ihrer Briefe. Es enthält Informationen (Name, Adresse, Institut, ... ) und sollte nicht zu lange sein, so zwei bis vier Zeilen sollten eigentlich reichen.

Am Ende des ersten Briefes schreibt das Mail--Programm nun ein ' ?'. Dies bedeutet, daß das Programm auf Deine Anweisungen wartet. Um eine Liste der möglichen Anweisungen zu bekommen, gib ' ?' oder ' h' (steht für 'hilfe') ein. Schon antwortet das Programm mit (in etwa) folgender Ausgabe:

Sollte bei der Eingabe nichts passieren, drücke + , vielleicht bist Du ja noch im Pausenmodus.

Hast Du mehrere Briefe bekommen, so kannst Du sie nacheinander lesen, indem Du einfach die --Taste drückst, damit wird jeweils der nächste Brief auf den Bildschirm gebracht. Wenn Du den zuletzt angezeigten Brief noch einmal von vorne sehen willst, gib ' p' ein, und schon wird er nochmal ausgegeben.

Willst Du die Post in eine Datei abspeichern, so kannst Du das ' s'--Kommando des Mail--Programms benutzen. Wenn Du einfach nur ' s' eingibst, wird der zuletzt gelesene Brief in eine Datei mit dem Namen 'Postkasten' gespeichert. Möchtest Du den Brief in eine andere Datei schreiben, so kannst Du einen Dateinamen mit angeben: ' s alte_Post'     

In diesem Fall wird der Brief in die Datei ' alte_Post' geschrieben. Gibt es diese Datei schon, so wird der Brief ans Ende der Datei angehängt; die schon in der Datei gespeicherten Daten gehen nicht verloren. Nun kann es auch sein, daß Du den eben gelesenen Brief gar nicht in eine Datei abspeichern, sondern einfach löschen willst. Dies wird mit dem Kommando ' d' erledigt. Sei vorsichtig damit: Gelöschtes ist verloren. ' d' löscht immer den zuletzt gelesenen Brief.

Um das Mail--Programm zu verlassen, wird das Kommando ' q' benutzt. Verläßt Du das Programm, ohne daß Du außer Lesen von Post irgend etwas getan hast, so bleiben alle Briefe im Briefkasten erhalten und sind auch beim nächsten Aufruf des Mail--Programmes noch vorhanden. Wenn Du anstelle von ' q' das Zeichen ' x' benutzt, werden die Briefe nicht gelöscht, auch wenn Du sie vorher mit 'd' gelöscht hast. Dies ist ganz nützlich, wenn Du mal versehentlich einen Brief gelöscht hast.

Wenn Du nach dem Lesen des letzten vorhandenen Briefes eingibst, beendet sich das Mailprogramm automatisch. Falls Du das Mail--Programm selbst aufrufst, kannst Du noch drei Optionen mit angeben:

Das tut man so, die Optionen können auch kombiniert werden:

Vielleicht wunderst Du Dich über die Option '--r'. Sie hat aber einen Sinn, da Deine Post ohne die Option '--r' in umgekehrter Reihenfolge ausgegeben wird, das heißt, der zuletzt eingetroffenen Brief zuerst.

3.2 Verschicken von Post

     Das Mail--Programm ist auch zum Verschicken von elektronischen Briefen da. Es gibt hierbei zwei Möglichkeiten: zum einen kann man den Brief direkt in das Mail--Programm eingeben (dies hat allerdings den Nachteil, daß man nur noch genau die Zeile verbessern kann, an der man gerade schreibt), oder man schreibt den Brief vorher mit einem Texteditor (den man allerdings erst erlernen muß).

Wir benutzen jetzt die erste Methode, weil man damit sofort Briefe verschicken kann. Der Editor ist etwas komplizierter zu lernen.

Am wichtigsten ist natürlich, daß Du weißt, an wen Du einen Brief schicken willst. Du brauchst also die Adresse des Empfängers. Diese Adresse sieht allerdings etwas anders aus als die normale Postadresse . Hier eine Adresse auf dem Fachschaftsrechner als Beispiel:

fritsch @ fsinfo.cs.uni-sb.de

Was mag das nur bedeuten? Nun, diese komische Zeile läßt sich ganz einfach lesen:

Du kannst also der Adresse einiges entnehmen. Alle Zeichen vor dem ' @' sind der Name des Benutzers, alles was danach kommt ist der genaue Name des Computers, auf dem der Empfänger arbeitet. In unserem Beispiel 'weiß' das Mail--Programm, daß es den Brief nach Deutschland, an die Uni Saarbrücken, Abteilung Informatik, den Fachschaftsrechner schicken soll.

Im internationalen Computernetz haben alle Rechner, an die man Post schicken kann, Namen. So auch der ,,Studentenrechner`` , er hat folgenden Namen:

stud.uni-sb.de (oder auch: sbustd.rz.uni-sb.de)

Demnach ist Deine Adresse auf dem Rechner, wie bereits in Abschnitt 1.3 auf Seite gif erläutert, also folgende:

<Dein Benutzername> @ stud.uni-sb.de
z.B. ermu @ stud.uni-sb.de

Um nun jemandem einen Brief zu schicken, gibst Du ' mail',   gefolgt von der Adresse des Empfängers, ein; zum Beispiel:

mail benutzer @ rechner.irgendwo.de

Nun wartet das 'mail'--Programm auf die Eingabe des Briefes. Tipp ihn jetzt einfach ein, und vermeide es nach Möglichkeit, über den rechten Bildschirmrand hinaus zu schreiben -- drücke lieber vorher die --Taste und schreib' in der nächsten Zeile weiter. Und Vorsicht: zum Löschen des vorherigen Zeichens solltest Du auf keinen Fall die --Taste benutzen, sondern oder . Die --Taste dient nämlich dazu, das Mail--Programm sofort zu beenden, ohne daß der Brief verschickt wird.

In der ersten Zeile Deines Briefes solltest Du ' Subject:'   und dann ein paar Stichworte zum Inhalt des Briefes angeben, damit der Empfänger gleich sieht, worum es geht.

Bist Du am Ende deines Briefes angekommen, mußt Du dem Mail--Programm sagen, daß es den Brief verschicken soll. Dies geschieht, indem Du und drückst (an Siemens--Terminals kann man auch die --Taste drücken) oder in der letzten Zeile Deines Briefes einen Punkt, gefolgt von , am Anfang der Zeile eingibst. Vorausgesetzt, die Empfängeradresse war in Ordnung, bekommt der Empfänger nun Deinen Brief in seinen elektronischen Briefkasten. Nun gibt es aber noch die Möglichkeit, daß Du Dich bei der Adresse vertippt hast, oder es den Benutzer auf dem angegebenen Rechner nicht mehr gibt, oder in der Adresse etwas anderes nicht stimmt. Was passiert dann? Ganz einfach: Du bekommst den Brief zurückgeschickt, und zwar mit einem Vermerk am Anfang, warum und wo der Brief nicht weitergegeben wurde. Dann mußt Du Dich darum kümmern, weshalb er nicht ankam.

Kontrolliere, ob der Empfänger richtig geschrieben war. Dies ist meistens das Problem. Falls Du Dich nicht vertippt hast und Du den Fehler nicht anhand der zurückgekommenen Mail herausfindest, schicke den Header, das ist der Briefkopf (also alles ausser der eigentlichen Nachricht), an

Postmaster @ stud.uni-sb.de
Der 'Postmaster' verwaltet den Mail--Dienst und kann Dir sicher helfen.

Falls Du jemandem, der auf demselben Rechner wie Du arbeitet, einen Brief schicken willst, brauchst Du übrigens statt der kompletten Adresse nur den Namen des Benutzers anzugeben:

mail lofr

In diesem Fall wird der Brief nur abgeliefert, wenn es einen ' lofr' auf dem Rechner gibt, von dem aus Du den Brief abschickst.

Um eine Datei als Brief zu verschicken, benutzt man folgende Konstruktion:

mail benutzer @ rechner.irgendwo.de <dateiname

Hast Du Deinen Brief z.B. mit einem Editor schon geschrieben und willst ihn dann verschicken, so geht das wie oben beschrieben. Das  '<'--Zeichen bedeutet, daß das Mail--Programm anstelle der direkten Eingabe per Tastatur den Text aus der angegebenen Datei lesen und verschicken soll.



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