31.Januar 1996

Abenteuer Amerika: nach Stichworten

A
Abmeldung
Academic Support Center
Akademisches Auslandsamt
Abschiedsparty im Wohnheim
Amerika
Amerika-Haus
Anmelden zu Kursen
Auslandskrankenversicherung
B
Beurlaubung
Bewerbung für Columbia
Bewertungsbogen für Dozenten
Boone County Fairground
Brady Commons
Brady Food Court
Buck's Ice Cream Place
C
Capen Park
Columbia Fairground
Consent of Instructor / Consent Card
D
Dozenten-Bewertungsbogen
E
Einschreiben in Kurse
F
Fairground in Columbia
Finanzierung
Finger Lakes State Park
Flat Branch
Flug
G
Geld
H
Homecoming
Honors College
I
Internationaler Führerschein
K
Krankenversicherung
Kreditkarte
P
Pinnacle Youth Park
R
Registration
Root Beer
Rückmeldung
S
Semesterticket
Student Health Center
Student ID / Studierendenausweis
Student Recreation Center
Studentensekretariat
Studiengebühren
T
Tagebuch des Aufenthalts
Thanksgiving-Feiertag
Thanksgiving-Ferien
TOEFL-Test
Tuition Fees
U
Uni-Sport in Columbia
Universität des Saarlandes
V
Vereinigte Staaten von Amerika
Visa-Karte
Visum
Vorlesungs-Bewertungsbogen
W
Wilderness Adventures
Z
Zuschüsse

Abmeldung

Wer die An- und Abmeldeprozedur beim Umzug von einer Stadt in eine Andere kennt, wird sich wundern, wie einfach das geht, wenn man in die USA geht: einfach bei der Stadtverwaltung abmelden, mit Angabe "Missouri, USA" reicht, und schon ist man weg aus den Einwohnermeldeverzeichnissen. Nachweise werden keine verlangt.

Academic Support Center

Das ASC ist eine Art Medienzentrum mit dem Zweck, Geräte und Dokumente in Form von Dias, Filmen, Videos und so weiter bereitzustellen. Hier kann man sich beispielsweise Diaprojektoren für $10 für drei Tage ausleihen. Es gibt auch Video-Ausrüstungen und vieles mehr.
Adresse: 505 East Steward Avenue. Das ist direkt gegenüber dem unieigenen Kraftwerk.

Akademisches Auslandsamt

Dieses Amt betreut an der Universität des Saarlandes alle akademischen Austauschprogramme wie ERASMUS, LINGUA, TEMPUS, SOKRATES, FULBRIGHT, DAAD, eigene Programme wie den Austausch mit Missouri-Columbia sowie die aus dem Ausland kommenden Studierenden und die Sprachkurse für deutsche und ausländische Studierende. Richtig - mit zuwenig Personal. Aber nach Meinung des Studentensekretariats sind Studierende, die ins Ausland gehen, ohnehin selber schuld und können ruhig ein paar Unannehmlichkeiten hinnehmen.
Man findet das Amt in Gebäude 4, linker Teil, Dachgeschoß auf dem Campus der Uni.

Amerika-Haus

Das Amerika-Haus, Berliner Promenade, Saarbrücken, hält viel Information zum Thema Amerika bereit, ebenso wichtige Formulare wie Visum-Anträge, TOEFL-Anmeldungen, Fulbright-Unterlagen. Außerdem vefügt es über eine Bibliothek mit Büchern zu verschiedensten Themen. Auch bei der Job- oder Praktiumssuche in den Staaten kann einem dort geholfen werden.


Beurlaubung

Die Beurlaubung während eines Auslandsaufenthalts verhindert, daß die Semesterzahl der Fachsemester in den eingeschriebenen Studiengängen weitergezählt wird. Das funktioniert selbst, wenn man im Ausland seine Fächer studiert, Prüfungen absolviert und diese an der Heimuniversität anerkannt bekommt und damit Zeit in Fachsemestern spart.
Zur Beurlaubung braucht man den Nachweis eines Grundes beim
Rückmelden. Hier genügte eine Bescheinigung des Akademischen Auslandsamtes. Nicht ausreichend war die Abgabe einer Bescheiniung für beide Auslandssemster, obwohl die Dauer von zwei Semester deutlich darauf steht. Die Begründung: "Das kommt in Ihre Unterlagen." - "Und warum gucken Sie nicht dort nach, wenn Sie schon eine haben?" - "Das geht nicht, wir führen doch keine Akten mehr, das wird in Kisten im Keller eingelagert, seit wir die Computer haben! Wir müßten ewig suchen."

Bewertungsbogen für Vorlesungen und Dozenten

Üblichweise in der letzten Vorlesungswoche wird in den Klassen ein Paar Bewertungsbögen ausgeteilt, in denen die Studierenden auf einem Bogen Multiple-Choice-Fragen zum Dozenten, Vorlesungsqualität, Inhalt und Form beantworten können. Auf dem zweiten Bogen werden - ebenfalls anonym - in freier Form Lob und Kritik geäußert. Der oder die Dozent/in verläßt nach Austeilen der Bögen den Raum, und ein/e der Anwesenden liefert die Bögen bei der Sekretärin des entsprechenden Fachbereichs ab. Die Bögen werden ausgewertet und das Ergebnis dem/der Dozent/In zugeschickt.
Ob ein schlechtes Ergebnis Einfluß auf Personalentscheidungen hat, weiß ich zum jetztigen Zeitpunkt nicht.

Brady Commons

Brady Commons ist ein Servicegebäude für Studierende. Fast alle wichtigen Büros sind hier untergebracht: Immigration Office, Students Union, The Maneater (die Studi-Zeitung, allerdings kommerziell), der Brady Food Court (eine Art Mensa, aber hier gibt es nur Fastfood-Schalter von Taco Bell, Burger King, Pizza Hut usw.), der University Bookstore (der ist teurer als der andere Bookstore am Lowry Mall, aber angeblich werden seine Gewinne in den Studierenden zugute kommende Projekte gesteckt), ein Computerladen, ein Laden mit Schokoriegeln und Softdrinks (die Uni hat gerade ohne die Studis zu fragen einen Monopolvertrag mit Coca Cola abgeschlossen - jetzt gibts nur noch Gesöff von einem Limopanscher) und im Obergeschoß das Frauenbüro und andere Studierendeninitiativen.
Dazu gibt es im Keller eine komplette Bowlinganlage, die $1.50 pro Stunde kostet und Dienstags und Donnerstags von 6-12 Uhr abends ist kostenloses Bowling für Studierende.
Das Gebäude ist von 6 Uhr morgens bis Mitternacht alle Tage offen, und der Food Court hat auch Sonntags geöffnet.

Buck's Ice Cream Place

Die Lebensmittelchemiker betreiben in Eckels Hall ein kleines Eiscafe mit dem besten Eis von Columbia. Man bekommt Riesenkugeln für recht wenig Geld, und vom Laden aus sieht man direkt in das Labor, in dem das Eis als Praktikum von Studierenden unter Leitung eines Professors (der das Eis manchmal selber verkauft) herstellen.
Neben Eisbechern und -hörnchen kann man auch gr&oumnl;ßere Behälter mitnehmen. Leider ist das Cafe nur werktags von 12-5 Uhr offen und etwas abgelegen an der Kreuzung College Avenue / Rollins Street.


Capen Park

Capen Park ist ein recht naturbelassener Park mit zwei herausragenden Merkmalen: er ist recht nah am Campus (man fahre die College Avenue herunter, bis man den Stadium Boulevard trifft, überquere diesen, folge der Rock Quarry Road die steile S-Kurve hinab und biege die nächste Straße links ab - ihr folgt man bis zum Parkplatz am Ende und trifft das Schild mit der Aufschrift 'Capen Park - Open 6am - 10pm'.) und zudem liegt darin eine steile, rund 20 Meter hohe Felsklippe, an der der Uni-Kletterclub klettert (Dienstags ab 17 Uhr). Der Park eignet sich auch für Spaziergänge, Mondscheinverabredungen et cetera. Daß er ab 22 Uhr geschlossen ist, heißt gar nichts, denn es habdelt sich um ein Stück Wildnis, welches mitnichten umzäunt ist.
Eine
Karte vom Park gibts beim Digital Missourian.

Consent of Instructor und Consent Cards

Es gibt verschiedene Zulassungsbeschränkungen für Kurse an der University of Missouri-Columbia. Die beiden häfigsten heißen 'Consent of Department' und 'Consent of Instructor'. Ist ein Kurs mit diesen Beschränkungen versehen, muß man sich ein Formular (entweder ein Consent-Code im ersten Fall, eine Override Permission bei letzterem Fall) besorgen, um sich für den Kurs registrieren zu können.
Gründe dafür gibt es viele: ein Fachbereich möchte Kontrolle darüber haben, wieviele Fachfremde sich in den Kurs einschreiben, oder es soll verhindert werden, daß zu viele Undergraduate-Studierenden die Graduate-Kurse überfluten.
Bei meinen Registrierungen mit 'Consent' gab es nur zwei Varianten: meine Kurse an der School of Journalism benötigten den 'Consent of Department', welchen ich ohne Schwierigkeiten bekam (nur für 'Electronic Photojournalism' gab es eine Warteliste, auf der Journalisten bevorzugt wurden).
Der 'Consent of Instructor' ist etwas, was für zukünftige Studierende im Rahmen des Austauschprogramms von Interesse sein könnte - damit gelingt es einem nämlich nach einiger Lauferei von Professor zu Sekretärin und zurück in beliebig viele Graduate-Kurse zu gelangen. Details siehe Registration.


Boone County Fairground

Der Fairground ist die Festwiese von Columbia. Es handelt sich um ein mehrere Hektar großes, eingezäuntes Gelände mit Toilettenanlagen, Eßständen und einer großen, mit unterirdischem Wärmespeicher versehenen Halle. Der Fairground befindet sich dort, wo sich Highway 63 und die Stewart Avenue treffen.
Hier fanden unter anderem die
Hot Air Balloon Championships statt.

Finger Lakes State Park

Dieser Park liegt etwa 10 Meilen nördlich von Columbia direkt am Highway 63. Es handelt sich um ein ehemaliges Tagebaugebiet, welches renaturiert wurde. In den Löchern und Senken hat sich Wasser angesammelt, so daß es viele Weiher und Teiche gibt. Die Abraumhalden formen Hügel und Berge. In einem der Weiher darf man offiziell baden, in den anderen angeln. Und ein Teil der Abraumhalden ist für Motorräder und Geländefahrzeuge freigegeben - man kann sich hier austoben. Außerdem gibt es Mountain-Bike-Trails und viel Wildnis (inclusive Schildkröten).
Meinen ersten Besuch machte ich am
3.September 95 per Fahrrad.
Die Geologen an der University of Missouri haben ebenfalls Informationen zum Park im WWW.

Flat Branch

In der 5th Street gibt es ein Restaurant namens Flat Branch. Das eine Ende ist als Kneipe, der Rest als Restaurant eingerichtet. Das Besondere ist: Flat Branch braut eigenes Bier. Circa zehn Sorten gibt es ständig frisch vom Faß und sie sind wesentlich besser als das Bier, daß es sonst in den anderen Kneipen gibt. Die Palette reicht von normalem Gerstenbier über Weizen bis hin zu Chili-Bier und Honigbier.
Außerdem ist das Flat Branch eine willkommene Abwechslung im Fastfood-Dschungel von Columbia: hier gibt es richtig gutes Essen von Appetithäppchen bis hin zu Steak mit gebratenem Gemüse. Die Preise sind dabei immer noch recht niedrig: das Steak kostet als teuerstes Mahl runde 11 Dollar.
Außerdem verkauft das Flat Branch sei Bier auch in größeren Mengen zum Mitnehmen. Und das Eis von den Lebensmittelchemikern (siehe
28.8.95) wird auch serviert.


Geld

Geld ist das A und O. Zwar müssen wir in Columbia keine Studiengebühren bezahlen, da es sich um ein universitäres Programm handelt, aber der restliche Lebensunterhalt will bezahlt werden - inklusive Wohnung und Reisekosten.
Ein nicht einfaches Unterfangen ist der günstige Geldtransfer in die
Vereinigten Staaten. Reiseschecks kosten 1 bis 3 Prozent Provision, Bargeld in Beträgen von tausenden von Mark mitzunehmen ist auch nicht unbedingt Mittel der Wahl, weil man dann den Sortenkurs bezahlt und bei Überfällen pleite ist. Ich habe mich für eine Dreifachlösung entschieden: eine kleine Menge Bargeld in Dollarnoten für die Überfälle, eine Kreditkarte für mein Konto in Deutschland (mit der man relativ günstig bezahlen kann) und ein Konto bei einer amerikanischen Bank, auf das größere Geldbeträge für feste Gebühren zum Devisenkurs von meinen Girokonto in Deutschland überwiesen werden.
Die Kreditkarte ist eine Visa-Card, weil diese angeblich sehr verbreitet ist und überall akzeptiert wird.


Homecoming

Mit 'Homecoming' bezeichnet die Univeristy of Columbia die Festivitäten und Aktionen einer Woche, deren krönender Abschluß ein Tiger-Footballspiel ist, zu dem alle Alumnis kommen. Am Morgen vor dem Football-Spiel findet die Homecoming-Parade statt - eine Art Karnevalsumzug mit geschmückten Wagen, Blaskapellen und Tanzgruppen, gestellt von den verschiedensten Highschools und Verbindungen.

Honors College

Am Honors College können Studenten mit besonders guten Studienleistungen oder einfach auf Antrag, wenn sie Glück haben, Kurse belegen, die keine Studiengebühren kosten. Dies sind sowohl reguläre Vorlesungen wie auch Spezialveranstaltungen.


Internationaler Führerschein

Bekommt man bei der zuständigen Stadtverwaltung gegen Vorlage von Personalausweis, Paßbild und Führerschein. Kostet in Saarbrücken 20 Mark (Sommer 1995) und dauert 2 bis 4 Tage. Man erhält ein graues, weiches Heftchen mit Seiten identischen Inhalts in vielen Sprachen. Mein für die USA beantragtes Exemplar ist auf der französischen Seite in deutscher Sprache ausgefüllt worden. Mal sehen, ob die amerikanische Polizei das schluckt.


Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist unbedingt notwendig. Zum einen wird der Nachweis einer solchen von der Gastuniversität verlangt, zum anderen wäre es Dummheit, in das Land der unbegrenzten barzahlbaren Artzrechnungen zu fahren, ohne eine vernünftige Versicherung zu haben.
Leider übernimmt die deutsche Krankenkasse keine Leistungen in den USA. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als die Mitgliedschaft in der Kasse zu kündigen, sich eine Auslandsreisekrankenversicherung für die beiden Semester zu besorgen und nach der Rückkehr wieder Mitglied in der Krankenkasse zu werden.
Unsere Wahl fiel auf die DEKV, die Deutsche Eisenbahn-Krankenversicherung, die im Zeitraum 12 Monate mit 386 Mark das billigste Angebot bei den fast überall gleichen Leistungen machte. Der Abschluß der Versicherung war denkbar einfach: man bekommt einen Überweisungschein mit laufender Nummer zugeschickt, überweist den Betrag für den Zeitraum im Voraus und schickt Arztrechnungen bei der Versicherung ein. Die Nummer auf der Überweisungsquittung ist gleichzeitig die Versicherungsnummer.
Zur
Rückmeldung zum Sommersemester 1996 brauchten wir nun immer noch den Krankenkassennachweis, auch wenn der Bearbeiter des Studentenwerks mir nicht ganz klarmachen konnte, wozu er ihn braucht, da wir a) beurlaubt und b) im Ausland sind. Einen Nachweis der Reisekrankenversicherung mochte er auch nicht, und schlug mir vor, die Reisekrankenversicherung von einer staatlichen Krankenkasse begutachten und bestätigen zu lassen. Die Krankenkasse lachte sich einen Ast über diesen Vorschlag und schrieb mir eine Bescheinigung, daß während des Auslandsaufenthalts keine Versicherungspflicht besteht - was letztendlich auch zur Rückmeldung reichte.


Pinnacle Park

Folgt man dem Highway 63 nach Norden, noch fünf Meilen weiter als zu den Finger Lakes, findet man mit etwas Glück den Pinnacle Youth Park. Es steht kein Schild am Highway, nur kurz davor verweist ein Schild auf ein "XXX Scout Camp". Genau da muß man hin. Man fährt über einen Schotterweg bis zu einem Parkplatz vor einer bewaldeten Wiese. Hier gibt es Grillhütten, Wald und ein Gewässer.
Die "Pinnacles" sind Felstürme, die in der Mitte einer von einem ehemals wilden Fluß ausgewaschenen Schleife stehen. Man gelangt über eine baufällige Brücke (oder alternativ über die befahrbare Version) auf den Pfad, der entlang aller Felstürmchen führt.
Festes Schuhwerk ist empfohlen, Klettern geht wunderbar im rauhen Kalkstein. Sie Ausspülungen sind immens, und man wundert sich, wie das Rinnsal, welches jetzt durch das Flußbett kriecht, je diesen Felsen geformt haben soll. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, vor allem im Oktober, wenn der Wald in Herbstfarben leuchtet. Auch ein zweiter Besuch lohnt sich, wenn man Klettern möchte oder die weniger ausgetretenen Ecken im hinteren Teil des Parks erkunden will.
Fotos gibt es hier.


Registration von / Einschreiben in Kurse

'Registration' ist der bürokratische Prozeß, mit dem man sich in Columbia zur Teilnahme an Kursen anmeldet. Es gibt verschiedene Phasen, und der Ablauf sieht ungefähr so aus:
Preregistration -> Registration -> Add/Drop -> Drop
Preregistration findet Mitte/Ende eines Semesters statt, und hier kann man auf Basis des vorläufigen Vorlesungsverzeichnisses Kurse für das nächste Semester registrieren. (Hinweis an alle zukünftigen Austauschler: fragt im
Akademischen Auslandsamt ab Anfang Februar nach, wann Ihr registrieren könnt, damit es nicht vergessen wird, so wie bei uns).
Registration geschieht zu Anfang des Semesters, wenn das endgültige Vorlesungsverzeichnis feststeht. Man hat Gelegenheit, auf Änderungen im Programm oder bei persönlichen Präferenzen zu reagieren.
Add/Drop beginnt bei Vorlesungsstart und dauert ca. eine Woche in die Vorlesungszeit hinein. Hier kann man Kurse streichen oder dazunehmen und hat die Gelegenheit, sich die Kurse anzusehen, bevor man sich definitiv dafür entscheiden muß. In dieser Phase gelangt man üblicherweise in Kurse, die Zulassungsbeschränkungen haben.
Drop ist der Zeitraum, innerhalb dessen man aus einem laufenden Kurs aussteigen kann, ohne daß einem die potentiell schlechten Noten auf den Notendurchschnitt angerechnet werden. Dies ist für Leute, die auf Abschluß studieren, ungleich wichtiger als für Teilnehmende am Austausch, letztere bekommen in der Regel ihre amerikanischen Noten ohnehin nicht an ihre Heimuni übertragen.
Registration geschieht, indem man mit seiner Student-ID ins 'Registration Office' geht und dort die Kurse nennt und eventuelle Zulassungsbescheinigungen vorlegt. Dazu gibt es eine Alternative: Telephone Registration mittels eines Telefoncomputers (Tel.-Nr. 882-3700), wo man sich per Tastentelefon über Kurszeiten, Teilnehmendenzahlen usw. informieren kann und unter Zuhilfenahme einer Geheimzahl Kurse registrieren kann. Die Anleitung zum Telefoncomputer befindet sich vorne im gedruckten Vorlesungsverzeichnis von Columbia.
Eine der häfigsten Fragen in der Vorbereitungsphase des Austauschs war: "Wie komme ich in Graduate-Kurse?". Die generelle Antwort der Studienberater in Columbia wird sein: gar nicht, dies ist ein Undergraduate-Programm. Dennoch ist es kein Problem, in ausgebuchte Kurse oder Graduate-Kurse zu kommen. Und das geht so: in der Add/Drop-Phase spricht man mit den Dozentinnen oder Dozenten der in Frage kommenden Kurse, legt ihnen dar, warum man ihren Kurs braucht, welche Vorkenntnisse man hat und daß man Austauschstudi ist, und in der Regel wird man dann zur Sekretärin des Fachbereichs geschickt, sich eine 'Override Permission' für das Registration Office holen, um sich zu registrieren. Einziger Haken hierbei ist die viele Lauferei, bis man alle Leute getroffen hat, die man treffen muß. Das einzige, was hierbei schiefgehen kann, ist ein Kurs mit beschränkten Ressourcen: ich wollte in einen Grafikdeisgn-Kurs, der 20 Plätze an 20 Computern hatte, konnte den Dozenten nicht erreichen, und als ich ihn erreicht hatte, waren die Plätze belegt. In dem Fall hilft auch ein Override nichts, weil es halt nur 20 Grafikworkstations mit der entsprechenden Software gab.
Im Austausch 1995/96 mußten mindestens 12, maximal 15 Wochenstunden von den Austauschstudierenden registriert werden. Dabi wird sich an den Stundenangaben im Vorlesungsverzeichniss orientiert. Bei Seminaren muß das aber gar nichts heißen: in New Media bei den Journalisten hatte ich für offizielle drei Stunden etwa zwei Stunden Seminar, sechs Stunden Laborpraktikum, das Lesen zweier Bücher und etwa 150 bis 200 Stunden Arbeit an einem Projekt. Vorher den Zeitaufwand in Erfahrung bringen lohnt sich also.

Root Beer

Die amerikanische Variante von Malzbier. Alkoholfrei, koffeinfrei, widerlich. Schmeckt wie schimmliges Hansaplast mit Honig in Flüssigform. Einfach ekelhaft. Ist aber überall zu haben, weil die Kids unter 21 ja kein echtes Bier trinken dürfen. Alkoholfreies Bier gibt es auch, allerdings eher selten und es wird weniger auffällig beworben wie in Deutschland.

Rückmeldung

Die Rückmeldung ist ein Ritual, welches der oder die Studierende allsemestrig wiederholt, damit die Universität nicht vergißt, daß es ihn oder sie noch gibt. Dazu kauft man bei der Campus-Bank eine Wertmarke der Universität des Saarlandes für 145 Mark, läßt sich eine Bescheinigung der Krankenkasse geben, füllt einen Antrag auf Rückmeldung aus und erhält bei Abgabe dafür seinen neuen Studentenausweis und einige Blätter für die Unterlagen.
Klingt einfach? Nur, solange man in Saarbrücken bleibt. Denn wenn man für länger als ein Semester ins Ausland geht, wird es kompliziert: das Studentensekretariat ist trotz EDV nicht in der Lage, Studierende mit Bescheinigung des
Akademischen Auslandsamtes zwei Semester im Voraus rückzumelden. Man benötigt eine oder einen Beauftragten, der zum richtigen Termin mit den richtigen Unterlagen und Vollmachten aufkreuzt und die Rückmeldung erledigt. Nicht zu vergessen die Befreiung vom Semesterticket. Eventuell dazukommende Beurlaubungen gleich dazu. Auch das Akademische Auslandsamt, unter dessen Obhut wir an dem Austausch teilnehmen, sieht sich außerstande, die gesamte Gruppe der im Ausland weilenden Studierenden auf einmal zurückzumelden.
Bei der Frage, warum man es den rekordverdächtig vielen ins Ausland gehenden Saarbrücker Studierenden (siehe Saarbrücker Zeitung) so schwer mache, anstelle für diese ein geändertes Rückmeldeverfahren einzuführen, bekam ich zur Anwort: "Naja, wer unbedingt ins Ausland will, muss halt ein bißchen Arbeit investieren." (Zitat Mitarbeiterin im Rückmeldebüro).


Semesterticket

Die 90 Mark, die man für das Semesterticket beim Rückmelden bezahlt hat, kann man beim Asta rückfordern, wenn man den entsprechenden Antrag ausfüllt und mit Auslandsstudienbescheinigung, Studentenausweis und Kontonummer abgibt.

Student Health Center

Da Medizinische Versorgung in den USA ziemlich teuer ist, betreibt die Universität eine Art Untersuchungs- und Beratungszentrum als erste Anlaufstelle für Studierende mit medizinischen Problemen. Finanziert wird dies aus der Health Fee, die rund 48 Dollar beträgt.
Beim Center bekommt man Medikamente gegen Erkältungen, Schmerzmittel und Ähnliches kostenlos bis zum Preis von wenigen Dollar. AIDS-Tests, Blutuntersuchungen und Diagnosen werden ebenfalls gemacht. Leider muß man seit August 1995 Röntgenuntersuchungen selbst bezahlen, was ziemlich teuer ist.
Braucht man ärztliche Behandlung, so muß man sich nach der Konsultation des Health Centers eventuell an einen Arzt oder ein Krankenhaus wenden - und das wird teuer.

Student ID / Studierendenausweis

Das ist hier eine Plastikkarte im Kreditkartenformat - mit Magnetstreifen. Wenn man ins Computer Lab geht, muß man die Karte durch ein Lesegerät ziehen, bevor man 'reindarf. Genauso im Student Recreation Center.
Aber die Karte kann noch mehr: man kann mit den Geschäften auf dem Campus einen Kreditvertrag schließen, und beim Bezahlen einfach die Karte an der Kasse auslesen lassen. Die Uni setzt die EInkäufe dann auf die monatliche Rechnung.
Natürlich ist ein Bild der inhabenden Person mit auf der ID. Hier ist ein Bild von meiner ID (der Vorderseite).

Student Recreation Center

Das Student Recreation Center ist ein Turnhallenkomplex mit Baskettball-, Volleyball-, Squash-, Tennis- und Badmintonhallen, einer Kletterwand, zwei Räumen mit Krafttrainingsgeräten, Aerobicsaal, Laufbahn, einer Laufbahn unter freiem Himmel, einem Footballfeld und dem Unischwimmbad.
Hier können Studierende ihren sportlichen Neigungen nachgehen (sofern sie mit den genannten Sportarten zu tun haben) und bezahlen muß man nur für Aerobic und die Kletterwand ($4 pro Semester, oder nix wenn man Mitglied im Kletterclub ist).
Es gibt auch ein
Foto vom Westeingang des Recreation Centers bei Nacht.

Studentensekretariat

Das Sekretariat, bei dem man sich im- wie exmatrikuliert, beurlaubt und für das nächste Semester rückmeldet. Auslandsaufenthalte sind dabei nicht unbedingt eingeplant, doch dazu siehe Rückmeldung und Beurlaubung.

Studiengebühren

Sehr teuer. Zumindest für Ausländer, die alles bezahlen müssen. Was man als Exchange Student nicht muß. Die genaue Gebührentabelle kommt noch - wenn ich sie habe.


Thanksgiving

Thanksgiving ist der amerikanische Erntedank-Tag. Er ist nationaler Feiertag, an dem praktisch alle Geschäfte und Restaurant schließen und an dem sich die Familien zum traditionellen Thanksgiving-Dinner treffen: Truthahn in vielen Variationen.
Dazu gibt es an den Schulen und Universitäten üblicherweise ein paar Tage Ferien, damit es sich auch lohnt, nach Hause zu fahren. Viele der internationalen Studierenden werden von ihren Zimmergenossen im Wohnheim eingeladen oder verbringen ein paar Tage in St.Louis, Kansas City oder Chicago.

TOEFL-Test

Test of English as a foreign language heißt das Kürzel TOEFL in voller Länge. Dies ist ein standardisierter Englischtest, der Grammatik-, Vokabular-, Textverständnis- und Hörverstehensfähigkeiten prüft. Der TOEFL schließt mit einer Punktzahl irgendwo zwischen 0 und 660(?) ab, und das Bestehen des TOEFL mit mindestens X Punkten (X größer 500 in der Regel) wird von amerikanischen wie britischen, australischen, kanadischen und neuseeländischen Universitäten als Zulassungsvoraussetzung zum Studium für Ausländer betrachtet.
Der TOEFL muß in Holland durch Zahlung eines in Gulden umgerechneten Dollarbetrages (Jawoll! Man muß Dreisatzrechnen können, um in die USA zu gehen!) rechtzeitig angemeldet werden. Das Anmeldeformular besteht aus Buchstabenkolonnen, in denen man seinen Namen durch Ausschwärzen der richtigen Buchstaben markiert, damit es maschinenlesbar ist.
Zum Test wird man geladen und sitzt in einem Schulzimmer, an der VHS oder sonst einem geeigneten Raum, schreibt seine Klausur und wartet anschließend 6 Wochen auf die schriftliche Mitteilung des Ergebnisses.
Vorbereiten auf den TOEFL kann man sich mit Sprachkursen des
Akademischen Auslandsamtes oder Büchern, die speziell auf den TOEFL-Test zugeschnitten sind. Ich benutzte ein Buch (neben der ohnehin englischsprachigen Informatikfachliteratur) und Gabi nahm an einem Auffrischungskurs des Akademischen Auslandsamtes teil.


Universität des Saarlandes

Meine Heimatuniversität mit rund 20000 Studierenden an fünf Fakultäten, gelegen im Saarland nahe der Stadt Saarbrücken. Da dies hier kein WWW-Server der Universität ist, überlasse ich die Selbstdarstellung und -präsentation der Universität: auf dem WWW-Server der Uni des Saarlandes.


Vereinigte Staaten von Amerika

"Amerika gibt es nicht!" sagt Dombart. Mal sehen, ob er recht hat.

Visum

Den Visumsantrag (Formular J-1) schickte die Universität in Columbia. Es handelte sich um ein in verschiedenen Farben in dreifacher Ausfertigung ausgehändigtes Papier mit Angaben über Arbeitserlaubnis (in unserem Fall: gar keine mit Ausnahme von und an der Gastuniversität genehmigten Arbeiten), Verweildauer in den Vereinigten Staaten und Zweck des Aufenthalts.
Bei Beantragung des Visums füllt man einen einfachen Bogen aus, zu erhalten im
Amerika-Haus oder bei den amerikanischen Konsulaten. Auf den Bogen schreibt man den Grund des Aufenthalts, die Dauer, die Adresse der Gastuniversität und auf der Rückseite muß man ankreuzen, ob man Drogen nimmt, verkauft, sich prostitiuiert, in den Vereinigten Staaten Anschläge verüben will, an Verbrechen des 3.Reichs beteiligt war und einige andere Fragen dieser Art beantworten. Darunter steht: Kreuzen sie eine oder mehrere dieser Fragen mit "JA" an, heißt das nicht, daß sie automatisch kein Visum bekommen.
Den Antrag und die bunten Formulare schickt man an das Generalkonsulat in Frankfurt, und von dort kamen meine und Gabis Unterlagen innerhalb einer Woche erledigt zurück - das J-1 - Formular genau unter dem daraufstehenden Vermerk "Do not staple!" in meinen Reisepaß getackert. Und statt eines Stempels, wie es andere Länder bei Visa tun, klebten die Amerikaner gleich einen Aufkleber, so groß wie eine ganze Seite des Passes, dazu.


Wilderness Adventures

Wilderness Adventures ist eine Outdoor-Sportabteilung des Student Recreation Center. Hier kann man Zelte, Rucksäcke, Kanus und andere Ausrüstungsteile leihen. Außerdem werden Kletterkurse, Outdoorschulungen (von Rucksackwandern bis hin zum Erkennen essbarer Pflanzen) gemacht.
Sobald ich mehr darüber weiß, schreibe ich mehr.


Zuschüsse

Es gibt neben der Eltern-Stiftung und Arbeiten und Ansparen einige Möglichkeiten, Zuschüsse zu einem Studienvorhaben im Ausland zu bekommen. Auslands-BAFöG ist eine davon. Für die USA ist das BAFöG-Amt in Hamburg zuständig, die Bearbeitungszeit liegt nach deren Auskunft bei 10 Monaten, und bearbeitet werden kann erst, wenn die letzten Unterlagen nach Ankunft an der Gastuniversität eingeschickt werden.
Der DAAD vergibt ebenfalls Auslandsstipendien. Allerdings muß man diese ein Jahr im Voraus beantragen und braucht mehrere professorale Gutachten.
Informationen und Formulare gibt es in Saarbrücken beim
Akademischen Auslandsamt.


Lothar Fritsch, fritsch@fsinfo.cs.uni-sb.de