31.August 1995
Abenteuer Amerika
Zwei Semester in Missouri
Tagebuch - chronologisch geordnet
August 1995
- 2.8.95: Gabi und Lothar sind gestern aus dem schönen
Wohnheim ausgezogen. Für
eine Woche werden sie bei ihren Eltern wohnen, am 9.8.95 geht der
Flug nach St.Louis, Missouri, USA.
Der Abschied vom Wohnheim war irgendwie traurig, aber er mußte
ja irgendwann kommen ...
- 9.8.95: Der große Tag der Abreise: Morgens um 7:15
fahren Gabis Eltern uns nach Frankfurt zum Flughafen. Der Flug
soll um 11:40 gehen, und so haben wir recht viel Zeit. Als wir am
richtigen Terminal ankommen und das Gepäck abgeben, müssen
wir erst einmal Gabis Gepäck umladen: die ausgesprochen unfreundliche
Dame von Continental Airlines interessiert es nicht, daß und
im Reisebüro gesagt wurde, 64 Kg Gepäck seien frei. Sie
besteht auf nur zwei Gepäckstücke. Also stopfe ich kurzerhand
Gabis Wanderrucksack in meinen Seesack, und nun haben wir einen Koffer
und zwei prallvolle Seesäcke. Sehr zum Ärger der Frau am
Schalter, die sich mit der Ausrede, nun sei das Volumen des Gepäcks
zu groß weigert, es einzuchecken. Erst als ich ihr das Ticket
unter die Nase halte, auf dem etwas von Gewichts- aber mitnichten etwas
von Volumenbeschränkung steht, brummelt sie etwas von
"Geschäftsbedingungen lesen"
und checkt die Säcke ein.
In der Abfertigungshalle treffen wir auf Dorotee Schütz, eine
weitere Saarbrückerin, die in Columbia studieren wird. Wir schwatzen eine Weile,
und schließlich brechen wir zu unserem Flug auf (Dorotee
fliegt mit einer anderen Gesellschaft via Detroit).
Der Flug ist langweilig, der Bordservice in Ordnung, der Film (Rob Roy)
ein langweiliger Hollywood-Schinken und knapp 7 Stunden später
landen wir in New York / Newark. Beim Landeanflug sieht man das World Trade Center
und die Freiheitsstatue. Da wir - nach Erledigung der Einreiseformalitäten und der
Zollerklärung (das Gepack wurde nicht geöffnet)
noch ein paar Stunden Zeit haben, fahren wir per Expressbuss nach Manhattan, um uns
dort noch ein wenig umzusehen. Das World Trade Center wie auch die anderen
Wolkenkratzer
sind so hoch, daß man ernsthafte Probleme mit der Wahrnehmung bekommt,
weil man die Größe der Gebäude nicht gewöhnt ist.
An der Südspitze von Manhatten hat man einen guten Blick auf
die Insel mit der Freiheitsstatue. Um hinüberzufahren reicht die
Zeit leider nicht, und so essen wir einen Salat und trinken etwas in
einem Thai-Restaurant in der Nähe, um anschließend per Bus wieder in
Richtung Flughafen zu fahren. Unser Flug soll um 20:05 Ortszeit
gehen, also wollen wir 18:30 zurück sein.
Fotos sind auch hier.
Wir sind viel zu früh da, weil man für Inlandsflüge nicht
so früh da sein muß. So essen wir noch etwas und schauen uns
im Flughafen um. Ganz praktisch sind die Transportbänder, die in
den Flughafenhallen laufen: 'draufstellen und sich durch die Halle
fahren lassen.
Unser Flieger hat Verspätung: erst um ca. 20:45 hebt er ab, inzwischen ist
es draußen dunkel. Das hat auch etwas Gutes: New York bei Nacht von
oben ist ein wunderschöner Anblick: die Straßen sind leuchtende
Bänder von Laternen, alle in Gelb-Orange, darauf fließen
Ströme von Lichtpünktchen in alle Richtungen und die Linien
und Bänder bilden sternförmige und karrierte Muster.
Kaum sind wir außer Sichtweite von NY, wird der Boden unter dem Flugzeug
dunkel. Der Flug geht fast zweieinhalb Stunden, und in St.Louis landen
wir durch eine Gewitterwolke und von Blitzen umzuckt auf einem Flugfeld,
welches dukel wie die Nacht ist und die Bahnen und Fahrspuren durch Ketten blauer
Lichter markiert hat - ein fremdartiger Anblick.
In der Gepäckhalle holen wir unser Gepäck ab (hier muß man für
die Benutzung der Wagen zahlen)
und suchen uns - es ist 22:30 Ortszeit) - eine ruhige Ecke zum schlafen.
Die Wahl fällt auf die Warteecke vor Burger King - die haben gerade zugemacht und
ansonsten sind in der Halle nur noch verwaiste
Ticketschalter. Ein kurzer Wettercheck bringt die hiesigen Termperaturen zutage:
feuchtheiße 38 Grad (noch Celsius) mitten in der Nacht!
Nachdem wir unsere Gepäckwagen an den Sitzreihen festgebunden
haben, legen wir uns schlafen. Morgen soll um 7:50 der Bus nach Columbia fahren.
- 10.8.95: 6 Uhr morgens, Ortszeit. Die Putzkolonne
und erste Schicht von Burger King weckt uns mit ihrem Lärm. Draußen ist es
noch dunkel, und vor der Tür die Hitze und vor allem die Luftfeuchtigkeit sind
unglaublich - erst recht für diese Uhrzeit.
Nach einem Croissant-Frühstück (Preßpappe mit Schinken, Käse
und Cola) bei Burger King versuchen wir herauszufinden, wo der Greyhound-Bus
nach Columbia abfahren soll. Nach einer Weile Fragerei fahren wir mit dem kostenlosen
Airport-Shuttle zum Bus Port und sitzen ab 7:15 dort. Zu uns gesellt sich ein Soldat, der
vor drei Jahren mal in Ansbach (Franken) stationiert war und ganz dringend bis 8 Uhr in
einem Greyhound sitzen muß.
Obwohl alle Fahrer der regelmäßig vorbeikommenden Stadtbusse
beteuern, hier führe der Greyhound ab, kommt lediglich einer, der nach Los Angeles
fährt. Also erwarten wir den Tiger Express, der um 9 Uhr fahren
soll (und das Dreifache kostet - 40$). Ein weiterer deutscher Student taucht auf:
Ingo aus Tübingen. Er Wurde ebenfalls vom Flughafenpersonal hierher geschickt,
und er wird ebenfalls in Columbia studieren.
9:15. Auch der Tiger kommt nicht. Ich rufe bei der Tiger Company
an und frage nach dem Bus. Dort erfahre ich, daß der Bus nicht am Bus Port, sondern
direkt an der Ausgangstür des Flughafens fährt.
Also fahren wir mit dem nächsten Airport-Shuttle wieder 'rüber
zum Flughafen und treffen dann auch den ganz in gelb gekleideten Fahrer des
Tiger Express und kaufen unsere $40-Tickets. Der Bus ist ein
Kleinbus, und mit unserem Gepäckberg und drei Personen schon fast voll.
Ein paar Minuten, einen Kaffe und einigen Flughafenansagen nach dem Motte
"Herumstehendes Gepäck wird entfernt" ist es endlich 10 Uhr und der Tiger
fährt ab - wir bleiben die einzigen Passagiere.
Zwei Stunden später. Die Landschaft sah aus wie zu Hause: Weiden, Bäume,
ein paar Häuser. Die Straße - Interstate 70 - geht vierspurig
immer geradeaus. Wir erreichen Columbia und sehen zunächst nicht mehr als ein
paar Häuser, umgeben von grünem Rasen und Bäumen.
Bei der Ankunft an der Uni ändert sich die Architektur ein wenig:
man imitiert Oxford. Viele prunkvolle Gebäde in weißem Stein,
das College ganz in Backstein (oder wenigstens imitiert). Der Tiger
setzt uns direkt vor dem International Center ab - zum Glück,
denn der Greyhound hätte an der neuen Haltestelle vier Meilen außerhalb der
Stadt gehalten.
Die Hitze ist mörderisch, wir schieben unseren
Gepäckhaufen
auf die Wiese und suchem im International Center nach Gordon Homann,
dem für uns zuständigen Programmkoordinator. Der ist erst mal in der
Mittagspause, aber als wir uns beim nebenan liegenden McDonalds verpflegt haben, taucht er auch
auf.
Er ist nett, hilfbereit, kommunikativ, locker ... vermutlich würde er
auf dem Saarbrücker Campus keinen Job kriegen.
Die weiteren Ereignisse in Kürze: Ingo wird in sein vorläufiges
Wohnheimzimmer gebracht, und Gabi und Lothar in eines der Terrace Appartments,
Gästeappartments der Universität.
Hier treffen wir wieder auf Dorothee (die wir am 9. August auf dem
Frankfurter Flughafen trafen). Ihr Flug hatte 5 Stunden Verspätung.
Sie wird mit uns in dem Appartment wohnen, bis wir Zimmer gefunden haben.
Den Nachmittag verbringen wir damit, Zeitungen zu besorgen, Straßen abzulaufen
(in der Bullenhitze) und nach Zimmern herumzutelefonieren.
Abends landen wir erschöpft im Bett.
Columbia ist sehr weitläufig - Häuser mit mehr als zwei Stockwerken gibt es
fast keine in den Wohnvierteln. Geschäfte fallen uns auch nicht viele auf in 'Downtown' - es
gibt überwiegend Läden, die T-Shirts, Poster, CD's und anderen Studentenkram
verkaufen sowie massig Fastfood-Restaurants. Keine Lebensmittelläden.
- 11.8.95: Wir stehen um 7 Uhr morgens auf. Im Appartment rauscht
die Klimaanlage, dazu brummt der Kühlschrank. Wir frühstücken Brot,
Marmelade und Schwarztee, den wir in einem kleinen Laden in Ingos
Wohnheimkomplex gekauft haben. Danach sind wieder Fußmärsche
fällig - diesmal haben wir auch einige Termine zur Wohnungsbesichtigung.
darunter auch ein Haus in der Rosemary Street, welches komplett
an vier Personen zu vermieten ist - für 800$ pro Monat. Das Haus
gefällt uns gut, die Leute, die darin wohnen, sind auch nett und
gerade am Umziehen, aber Dorothee hat Bedenken, daß zu viele
Deutschsprachige in einer WG den Englischlerneffekt beeinträchtigen.
Da in dem Haus, in das die aktuellen Bewohner des Hauses in der Rosemary Street ziehen,
noch ein Zimmer frei ist, schaut Dorothee sich dieses an und
möchte lieber dort wohnen. dafür gibt uns Christine - noch
jemand aus der aktuellen Belegschaft des Hauses - den Tip, in ihrer alten WG zu fragen,
dort seien zwei billige Zimmer frei. Sie führt uns sogar hin,
und
das Haus gefällt Gabi und mir und die Zimmer
sind klein, aber
billig - 135$ für das Kleine und 165$ für das Große.
Die Bewohner scheinen nett zu sein, nicht allzu anspruchsvoll (die Telefonkabel
für das Obergeschoß hängen mit Klebeband im Treppenhaus)
und ganz nett. Wir schreiben uns die Telefonnummer auf, und wollen uns später
entscheiden. Da wir aber von der Lauferei und Telefoniererei die Nase voll haben, haben wir nicht
wenig Lust, hier einzuziehen.
Außerdem muß ein Fahrrad her - so kann es nicht weitergehen.
Wir haben immer noch keinen Laden gefunden, in dem es ausreichend
Frischwaren gibt. Alle reden immer nur vom 'Mall', der irgendwo
unerreichbar weit draußen sein soll.
- 12.8.95: Einkaufen im Mall (Hinfahrt mit einem Bus,
dessen Fahrer gerade nix anderes zu tun hat), Fahrräder für
99$ gekauft, auf dem Rückweg per Rad einen Lebensmittelmarkt gefunden
und dort eingekauft. Abends im Appartment Salat & Spaghetti gekocht und
anschließend ging Lothar Fahrradfahren (und mit Ingo und Bernhard - inzwischen
auch eingetroffen und im Wohnheim einquartiert - bei Shakespeares Pizza
einen trinken), während Gabi und Dorothee müde ins Bett sinken.
- 13.8.95: Sonntag. Nix is los. Wir faulenzen, geben der
schwülen Hitze erst gar keine Chance, uns zu ärgern und
bleiben den ganzen Morgen und Nachmittag im klimatisierten
Appartment, wo wir im Vorlesungsverzeichniss stöbern und unsere
Kurse zusammensuchen.
Am Nachmittag meldet sich Gordon vom International Center und kündigt sich
an, um ein Mädchen aus Stuttgart im Nachbarappartment einzuquartieren. Sie
heißt Nicole und studiert Biologie.
Abends fährt Lothar mit dem Fahrrad wieder einige Viertel von
Downtown Columbia ab, und um 10:30 Abends kommt "Four Weddings and
a funeral" im Fernsehn. Das amerikanische Kabelfernsehn wird später kommentiert,
sobald ich mehr darüber weiß. Bis jetzt
herrscht der Eindruck vor, das Programm wird für Dünnbrettbohrer und die
Werbeindustrie gemacht. Den Vogel abschießen tut der
Weather Channel, der den ganzen Tag nur Wetterberichte bringt.
- 14.8.95: Lothar und Gabi ziehen um in
das Haus in 308 North 9th Street,
Columbia MO 65201. Abends gehen wir mit den übrigen BewohnerInnen
des Hauses (zwei Jungs - Chris und Adam - und einem Mädel - Lisa, blond und
hübsch) Essen, und Gabi fährt mit ihnen tanzen. Zuvor fuhr
Adam uns stolz in seinem nagelneuen Cabrio in einen Supermarkt beim Mall,
wo wir Schlösser für unsere Zimmertüren kauften. Außerdem
konnte ich einen Radiorecorder für 13$ ergattern. Adams Fahrstil ist
durchaus ausbaufähig - allerdings hat er auch erst seit drei Tagen einen
Führerschein.
Am heutigen Tag haben wir einen guten Teil der bürokratischen
Notwendigkeiten erledigt: Studentenausweis machen lassen (man wird
dort mit einer Videokamera aufgenommen und per Farbdrucker auf
Plastikmagnetkarten mit der
Students ID aufgedruckt - übrigens
kann man mit einer Geheimzahl gegen Vorschuß bei der Unikasse
mit dieser Karte auch in den Geschäften auf dem Campus und in allen
Freßläden bezahlen), Meldung im Immigrationsbüro,
Registration der Fahrräder bei der Campuspolizei (sehr nützlich -
es erleichtert das Wiedererkennen gestohlener Fahrräder enorm).
- 15.8.95: Heute beginnt die International Students Orientation Week.
Das ist eine Art von großer, einwöchiger Orientierungseinheit
für alle neuankommenden ausländischen Studierenden.
Einen Morgen lang gibt es Reden und Einführungen von verschiedenen
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des International Center oder der International Students
Organisation.
Am Nachmittag beginnen die ersten Workshops - eine Serie von mehrfach angebotenen
Informationsveranstaltungen zu Themen wie:
Außerdem stehen eine Stadtrundfahrt sowie eine Einkaufsfahrt zum
"Columbia Mall" - einem riesigen Einkaufszentrum etwa fünf Kilometer
außerhalb der Innenstadt - auf dem Programm. Alles organisiert und durchgeführt vom
International Center.
Außerdem bekommen wir alle Freikarten für
das erste Heimspiel
der Missouri Tigers - der Uni-Footballmannschaft -
für das erste Heimspiel am 2.September.
Zu Hause koche ich mit Gabi Reis und geschmortes Paprika-Zucchini-Squash(das ist eine
Art gelber Zucchini)-Gemüse und Salat für uns
und Chris und Adam, die beiden Jungs, die mit uns im Haus wohnen.
Dienstag Abend fallen wir reichlich erschöpft ins Bett - trotz
der Fahrräder. Der Computerworkshop brachte wenig neue Information außer
daß wir Mailaccounts auf zentralen Unixmaschinen beantragt haben
und ich mich beim Helpdesk als Dozent für Unix und Internet angeboten habe.
- 16.8.95: Vormittags ist frei - da findet ein Englischtest für
diejenigen statt, die keinen TOEFL-Test
absolviert haben. Wir kümmern uns um unsere Kursregistrierung (dazu muß
man teilweise die Dozentinnen und Dozenten anrufen und von ihnen 'Special Permissions' zum
Besuch ihrer Kurse erhalten)
und andere Dinge. nachmittags ist der Safety Workshop und die Führung
durch das Student Recreation Center auf dem Programm.
- 17.8.95: Heute, Donnerstag, ist ein besonderer Tag:
Einführungstag für die
Austauschstudierenden (Ha! Das klingt gut!) im Memorial Union Building. Dort
bekommen wir -
neben Keksen, Saft und Lunchpaket - viel über die University of Missouri-Columbia
und das Studium, Banken, Kurse und andere mehr oder weniger interessante Dinge
erzählt. Abends
steht die Einkaufsfahrt zum Mall an - Gabi und ich fahren mit, um nach Kopfkissen,
Möbeln
und anderen Dingen zu schauen. Abends backen wir zwei dicke Kartoffeln in der
Mikrowelle unserer
Küche und gehen - mal wieder erschöpft - schlafen.
- 18.8.95: Die Einführungswoche geht weiter. Heute
bekommen wir vormittags die Ellis Library - die Unibibliothek - gezeigt.
Hier gibt es Recherchesysteme, Karteikarten, Computer, ganze
Jahrzehnte von Zeitungen auf Mikrofilm, Leseräume und das Magazin,
in welchem man im Gegensatz zu Saarbrücken selbst die Bücher
holen geht - in zum Teil abenteuerliche Kellergewölbe mit
dämmrigem Licht und niedriger Decke.
Zuvor hielt Gordon Homann, Koordinator unseres Austauschprogramms,
einen Vortrag über Kulturschock und wie man damit umgeht sowie
die Unterschiede zwischen der amerikanischen Universität und
anderen akademischen Systemen. Recht interessant, vor allem der Teil
über den Kulturschock. Wir sollen tagebuch führen, damit
wir darin den Kulturschock, der sich in zwei Wellenbewegungen vollzieht,
nachvollziehen können.
Um 12 Uhr gehe ich mit Gabi ins Unischwimmbad schwimmen. Die Sonne
brennt gnadenlos, und wir bräunen schnell. Mittags schwimmen
hier im Bad (einem Hallen- und Freibad) viele Leute ihre Runden.
Der Nachmittag vergeht mit Einkaufen, Ausruhen, Email und Zeitung lesen.
Am Abend findest eine Party statt: die mehr oder weniger lebendige
"European Students Association" hat zu einer Fete eingeladen.
Diese findet im Haus von Nathalie, der Präsidentin der Vereinigung statt.
Lustigerweise sprechen von den ersten etwa 10 Leuten, die sich nach
uns auf der Fete einfinden, fast alle Deutsch. Sie lernen entweder Deutsch an der Uni,
oder haben deutsche Vorfahren oder waren schon einmal in Deutschland oder sonstwo im
deutschsprachigen Raum. Nathalie nutzt die Gelegenheit, den "Deutschen
Stammtisch" wieder ins Leben zu rufen und wir verabreden uns für
nächsten Dienstag in "Shakepeares Pizza".
Wir verlassen die Fete gegen 2:30 nachts.
- 19.8.95: Samstag. Endlich keine Veranstaltungen an der Uni.
Gemütliches Einkaufen, Kochen, rumbummeln. Dieses Wochenende und
die ganze nächste Woche finden in Columbia die
US Hot Air Balloon Chamionships
statt, bei denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Uns ist es heute allerdings
zu heiß, um die sechs Meilen bis zum Fairground zu fahren.
Statt dessen werden wir von Adam abends auf eine Fete mitgenommen, die
ein paar Straßen weiter bei Bekannten von Adam und Chris stattfindet.
Hier lernen wir wieder ein paar neue Leute kennen, treffen bekannte Gesichter wieder
und gehen spät ins Bett. Trotz der scharfen amerikanischen Gesetze
bezüglich weicher Drogen scheinen diese beileibe nicht ausgerottet
zu sein. Völlig normal zu sein scheint es auch, betrunken nach
einer Fete noch ein paar Freunde per Auto nach Hause zu fahren, bevor man
selber heimfährt.
- 20.8.95: Sonntag. Dank der Feten der letzten Tage kommen
wir nicht vor Mittag aus dem Bett. Nach der rituellen kalten Dusche
ist das Mittagessen dran - wir beiden sind übrigens die einzigen, die
regelmäßig die Küche benutzen -
und dann radeln wir los in Richtung
Boone County Fairground
- der Festwiese, wo die Ballonmeisterschaft
stattfindet.
Unser Weg führt uns durch die Paris Road, wo wir zwei
Second-Hand-Läden mit Möbeln und Fahrrädern entdecken.
Dort stöbern wir eine Weile rum, dann fahren wir weiter, vorbei
an einer Rollschuhdisco und diversen Supermärkten und einem
recht großen Trekkingladen.
Wir biegen ab, und fahren durch eine Wald- und Buschlandschaft, bis
wir beim zweiten Versuch endlich die richtige Straße zum
Fairground finden.
Schon auf der Einfahrt zum Parkplatz lästern die Parkplatzanweiser,
daß es leider keine Fahrradständer gebe. Macht nix, wir
ketten die Räder an den Zaun, der das ganze Gelände umgibt,
und zwar direkt vor einer der Kassen, wo man den Eintritt bezahlt.
Bewachter Parkplatz, für nur vier Dollar Eintritt.
Neben einer großen Halle, in der eine "Crafts Show" - natürlich mit
Verkauf - ist, gibt es eine Anzahl kleinerer Stände mit Essen,
Trinken, Souvenirs und Preisausschreiben.
Neben den Buden, am Ostrand des Faurgrounds, ist ein Zirkuszelt aufgebaut.
Um 5 Uhr ist Showtime, und so setzen wir uns schonmal 'rein und warten.
Die Show besteht aus ein paar eher mäßigen Clowns, einer
Dressurnummer mit Tigern und Elefanten, einiger Artistik seitens der
Kinder der Zirkusleute und ein bissl Klamauk. Ganz nett, aber am besten
gefallen uns die Tiger und die Elefanten (auf denen man draußen für drei Dollar
reiten kann).
Am Westende des umzäunten Feldes
ist das Startfeld für die Ballons. Um 6:30pm (das ist abends)
starten 60 Ballons fast gleichzeitig in den blauen Himmel -
ein eindrucksvolles Schauspiel. Ein Spiderman-Ballon ist dabei,
und viele andere bunte Hüllen (allerdings allesamt in
der "normalen" Glühbirnenform) schweben zum Himmel.
Der Wettbewerb funktioniert folgendermaßen: die Piloten
müssen eine bestimmte Distanz vom Startpunkt wegfliegen (das
heißt, mit dem Wind wegtreiben), und dann einen Wind finden, der
sie bis Sonnenuntergang zum Startpunkt zurückbringt.
Über dem Startpunkt, auf dem ein ca. vier Meter durchmessendes
weißes Kreuz liegt, muß ein Säckchen mit Bohnen
abgeworfen werden. Wer am nächsten zur Mitte des Kreuzes trifft,
bekommt die meisten Punkte. Gewonnen hat, wer in mehreren Durchgängen
die meisten Punkte sammelt.
Nachdem wir genügend Fotos gemacht haben, kaufen wir ein paar
Rubbellose der Missouri Lottery (nach dem Motto: "Buy 5 - get a
Free Balloon T-Shirt") und gehen uns dann die Crafts Show ansehen.
Dort gibt es den üblichen Ramsch, wie er auf jedem Straßenfest
feilgeboten wird: Ohrringe und anderer Schmuck, Tücher, Kitsch und
Bilder. In einer Ecke steht ein Mann in Kleidung des 18. Jahrhunderts
vor einem Indianerzelt - er beschäftigt Kinder mit selbstgebastelten
Spielen aus der Pionier- und Bürgerkriegszeit. Er möchte uns auch unbedingt
seine authentischen Kleider anziehen und uns Fotografieren, aber
irgendwie passen meine Shorts, Sandalen, Sonnenbrille und der
Soldatenmantel von 1870 nicht ganz zusammen. Aber das Korsettkleid
könnte Gabi durchaus stehen...
Gegen 20:30 machen wir uns per Rad auf den Rückweg - diesmal eine
andere Strecke. Als wir zu hause ankommen, haben Adam und Chris drei
Sorority-Girls zu Besuch: Christie, Lisa und Bronwin (das soll ein
walisischer Name sein). Das Bier fliesst in Stroemen, wir sitzen
auf dem Verandadach vor Chris' und
Gabis Zimmer und lassen uns
erklären, was es mit den Sororities und Fraternities auf sich hat.
(Leider reicht mein Wissen noch nicht aus, um es genau zu beschreiben,
weshalb ich an dieser Stelle nur auf den
alphabetischen Index verweisen kann, wo ich zu gegebenen
Zeitpunkt Einträge machen werde.)
Irgendwann kann sich eines der Mädels nicht mehr so recht auf den Beinen
halten und ihr Redefluß wird auch etwas übermäßig,
und so fahren die drei Mädels sternhagelvoll per Auto nach Hause.
- 21.8.95: Beginn einer neuen Woche - und gleich wieder
Vorträge. Um 9 Uhr über "Multiculturalism and the american
university" (Hier saßen einige internationale Studierende vorne
im Auditorium und berichteten über ihre Integrationsschwierigkeiten
und ihre Versuche, ihre ethische/kulturelle Identität zu bewahren.
Besonders wichtig scheint es zu sein, daß es Unterstützung
für jede nur denkbare ethnische Gruppe gibt. Doch darüber
weiß ich bislang zu wenig).
Danach hielt einer der Dozenten vom Honors
College eine Art Vorlesung über die Bedeutung der Klassik
für die moderne westliche Gesellschaft, in der er heftigst für
seine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema warb.
nach einer kurzen Mittagspause mit Essen im Memorial Union Cafe geht es
weiter mit dem "Legal Issues Workshop". Eine Anwältin von der
Students Union bespricht mit uns rechtliche Rahmenbedingungen von
Mietverträgen, Autokauf und -benutzung sowie Versicherungen
und teilt viel Papier zu Themen wie Verbraucherrechte usw. aus.
Um 2:30 schließlich soll die Führung durch das
Student Health Center sein - irgendwie sind Gabi und ich
der Meinung, sie sei erst um drei Uhr. Als wir dann auftauchen, werden
wir von einer Hilfstkraft empfangen, die meint, um 2:30 wäre ohnehin
niemand gekommen und uns das Center zeigt.
Mit einer knappen Stunde Pause, die ich zum Duschen nutze, folgt die
nächste Veranstaltung: ein Picknik im Football-Stadion. Gleichzeitig
findet im Hearnes-Center (einer Art Basketball-Stadion zusammen mit einem
Leichtatlethikstadion, beides zusammen in einem geschlossenen Gebäude.
Hier entdecke ich in der "Field Hall" ein paar alte Trampoline und
frage mich durch, ob jemand darauf trainiert. Ich erhalte letztlich
eine Telefonnummer vom Athletics Department.)
die Eröffnung des akademischen Jahres statt. Der Uni-Präsi
läßt die Fahnen der verschiedenen Fakultäten der Uni
unter Marschmusik einmarschieren, hält eine Rede, stellt den
Präsidenten der Students Association vor, läßt diesen
reden, dann singt der Gospel-Chor, und ich gehe rüber ins
Football-Stadion zum Barbequeue.
Dort braten einige dutzend Helferinnen und Helfer im Akkord Würste
und Hamburger-Frikadellen. Man muß ein Ticket haben, um sich am
Buffet bedienen zu können. Diese Tickets kosten drei Dollar,
dafür bekommt man dann Hamburger, Hot Dogs, Veggie-Burgers
(vegetarisch), Kekse und Getränke. Zum Essen nimmt man
Platz auf den Zuschauerrängen des Stadions der
Missouri Tigers. Auf dem Rasen bzw. der Begrenzungsmauer
der Tribüne hampeln die Cheerleader herum und bringen den
Erstsemestern ("Freshmen") die Parolen für die Footballspiele bei.
Ein als Missouri-Tiger verkleideter Mensch springt auf der Tribüne
herum und ich mache ein Foto von ihm
und Gabi.
Mal sehen, wie es beim Heimspiel am 2.September
zugeht.
Wir unterhalten uns noch mit anderen Austauschstudierenden, und zum
Schluß sind noch die Russen und Gabi und ich übrig von
unserer Gruppe. Lena (eine der Russinnen) geht es mächtig auf die nerven,
daß die Amerikaner ständig über Sex reden würden,
und ihre Bekanntinnen pflichten ihr bei.
Irgendwann werden die Cheerleader langweilig, und wir gehen. Am Abend
findet eine Art Spieleparty im
Student Recreation Center statt - mit
Kino, Spielsalon und freier Benutzung aller Geräte und Hallen.
Dort treffen Gabi und ich auf Lena und Christina (diesmal die aus
Spanien). Wir spielen ein wenig in dem extra aufgebauten Spielgeld-Casino
rum, klettern an der Kletterwand, schauen den Anfang von "The Mask", bis
er uns zum Hals raushängt und gehen irgendwann gemütlich nach
Hause schlafen.
- 22.8.95: Um 10 Uhr treffen wir uns mit fast allen anderen
internationalen Studierenden auf dem Campus, um an einer vom International
Center organisierten Stadtrundfahrt teilzunehmen. Wir halten kurz beim
Chamber of Commerce und dem Stadtinformationsbüro, bekommen
Stadtpläne
und Broschüren über Freizeitmöglichkeiten und Limo
angeboten, dann fährt der Bus zunächst den Innenstadtbereich
von Columbia ab, den wir inzwischen schon recht gut kennen. Weit im Süden der
Stadt
gibt es Wohngebiete und ein neueres Gewerbegebiet, allerdings selbst für
Fahrradfahrer unerreichbar weit weg - circa 10 Kilometer. Ein Theater im
Heuschober - ganz im Stil des wilden Westens - gibt es hier, sowie eine
badeanlage mit einem kleinen Weiher, das Gras ordentlich gemäht und
der Weiher eher Tümpel.
Wir fahren an diversen Parks der Stadt vorbei (wobei "Park" sich immer
auf eine Fläche gemähten Rasens mit mehr oder weniger kunstvoll
angerichteten Blumenbeeten und Bäumen bezieht), an denen es in
Columbia wirklich nicht mangelt.
Nicht weit südlich der Stadt ist recht viel Wald zu sehen - hier
werde ich wohl mal per Fahrrad die Gegend erkunden, sobald ich genügend
über Giftschlangen, Skorpione,
Poison Ivy und Poison Oak
- zwei stark nesselnde, allergene Pflanzen - erfahren habe.
Im Norden des Stadtzentrums fahren wir entlang des Interstate 70 durch
die Gewerbegebiete, am Mall vorbei und schließlich zurück auf
den Campus. Außer der Einsicht, daß die Stadt noch weiträumiger
ist als bisher angenommen, hat die Tour eigentlich nicht so viele neue
Einsichten gebracht. Aber immerhin hat man jetzt ein Gefühl für
die Größe der Stadt an sich.
Gabi und ich fahren nach Hause in die 9th Street, um unsere Rucksäcke zu holen,
denn Gordon Homann hat inzwischen einige Kisten mit Sachen der Saarbrücker
Studierenden vom letzten Austausch bei Dorothee in der University Avenue
vorbeigebracht. Bei Dorothee (die mit Nicole ihr Zimmer neu angestrichen
hat) sortieren wir eine Stunde oder so in den Kisten rum und
schließlich stopfen wir die Rucksäcke voll mit Decken,
Kleiderbügeln, Ordnern, Kabeln usw. und lassen eine Kiste voller
Geschirr zurück, die bei der nächsten Gelegenheit per Auto
in die 9th Street geschafft werden soll. Immerhin haben wir nun einen
Fön, ein Bügeleisen und andere nützliche Sachen wie
Schreintischlampen oder Büroklammern.
Ich binde mir noch einen großen Wäschekorb außen
auf den Rucksack, und los geht der Umzug per Fahrrad. Die Autofahrer
gucken noch irritierter als sonst, wenn man mit vollem Rucksack vom
Einkaufen zurückkommt.
Zu Hause packen wir aus und fahren mit unseren Schwimmsachen ins
Unischwimmbad, wo wir Dorothee und Nicole treffen. Abends ist es
dort recht leer, und so kann man im Außenbecken sogar die
Sprungbretter benutzen und im Becken 'rumalbern, ohne daß
man die fleißen Bahnenschwimmer stört.
Acht Uhr abends. Gabi, Dorothee, Nicole und ich treffen bei
"Shakespeares Pizza" ein. Der Stammtisch füllt sich langsam,
die meisten der Leute von Nathalies Party kommen. Wir trinken ein
paar "Pitcher" (das sind Kannen zu 3 Litern Bier) und futtern
Pizza. Die größte Pizza hier ist die 14-inch-Pizza,
sie reicht für vier Personen. Nathalie und Renee (eine Frau, die
längere Zeit in Österreich war und recht gut Deutsch spricht)
verabreden sich mit Gabi und mir für
morgen Abend im "The Blue Note"
zur "Dance Party".
Auf dem Stammtisch reden wir über alles Mögliche, und gegen
11:30 gehen Gabi und ich nach Hause - schließlich starten morgen
die Vorlesungen - bei mir sind es gleich vier Stück auf einmal
und ich muß noch zwei Dozenten treffen, für deren Kurse
ich mich zusätzlich interessiere.
- 23.8.95: Der erste Vorlesungstag. Nach dem Frühstück
radele ich zur Uni, um um 9:40 meine erste Vorlesung - "Operating
Systems I" - zu höhren. Die findet in einer Art Klassenzimmer
statt, in dem Stühle mit Schreibbrettern stehen. Vorne ist ein
Rednerpult und eine Tafel. Anwesend sind circa 35 Leute höheren
Semesters. Der Dozent - ein älterer Herr vom "Campus Computing
Department" - stellt sich vor und erzählt seinen Vorlesungsplan.
Eigentlich sollte er ihn in schriftlicher Form verteilen, den Stapel
hat der aber im Büro vergessen.
Er stellt das benötigte Buch vor (es ist nagelneu und kostet
68$ - netto) und erzählt ein wenig von Betriebssystemen und
ihrer Geschichte. Anläßlich der morgigen Auslieferung von
"Windows '95" fängt er grinsend an, die neuen, "weltbewegenden"
Features von Windows mit denen von MVS zu vergleichen und kommt zu
dem Schluß daß MVS die meisten dieser Neuerungen eigentlich
schon hatte. MVS hatte letzten Monat den 30.Geburtstag und ist das erste
kommerzielle Mainframe-Betriebssystem, hergestellt von IBM.
Gegen Ende der Vorlesung gibt er uns auf, das erste Kapitel des Buches
vorzubereiten.
Ich habe ganze 10 Minuten Zeit, um vom Arts & Science Building
ans andere Ende vom Campus in die Schweitzer Hall zu kommen - ein
altes Laborgebäude. Dort finde ich im Keller - zwischen nach
Lösungsmitteln stinkenden Laborräumen und Notfallduschen
den Vortragsraum, in dem die Vorlesung "Software Development Methology"
stattfinden soll. Obwohl ich ein paar Minuten zu spät bin, ist
niemand da. Ein Anruf beim Computer Science Department bestätigt:
der Kurs war unterbelegt und fällt aus.
Nun habe ich also Zeit bis 11:40. Ich radele zu den beiden Bookstores
und schaue nach den Büchern für meine Vorlesungen. Diese
sind allesamt ungeheuerlich teuer - 60 Dollar pro Buch im Schnitt.
Die Buchläden bieten auch gebrauchte Bücher an, diese sind dann
10-15 Dollar billiger. Beim Stöbern in den Büchern
stelle ich immerhin fest, daß die Vorlesung "Unix Operating System"
überwiegend Dinge behandelt, die ich schon kenne, und somit kann
ich drei "Credit Hours" für eine andere Veranstaltung verwenden.
Um 11:40 findet im General Classroom Building die Vorlesung
"Artificial Intelligence I" statt. Es sind ca. 25 Leute anwesend,
die beiden Frauen Mathematikerinnen, die eine 300-Level-Vorlesung
als Pflichtvorlesung machen müssen. Der Dozent ist recht jung,
wirkt ein wenig durcheinander und unvorbereitet, teilt seine
Vorlesungskonzepte aus, spricht ein wenig über KI und gibt uns
für Freitag auf, das erste Kapitel des Buchs zur Vorlesung zu
lesen.
Ich gehe telefonieren, einen Hamburger essen und treffe Gabi im
Computerraum im Arts & Science Building. Hier lesen wir E-Mail
und fahren anschließen nach Hause, um das Abendessen zu
kochen. Ich bin mit dem Tag zufrieden, zumal es mir endlich gelungen
ist, die Dozentin des Kurses "New Media" an der School of Journalism
ans Telefon zu bekommen, um von ihr die Erlaubnis zu bekommen, an ihrem
Kurs teilzunehmen. Die Vorlesungen hatten wenig Inhalt, weil die
Dozenten sich selber und ihr Kursprogramm vorstellten und die
Atmosphäre in den Kursen war eher entspannt.
11 Uhr abends. Gabi und ich gehen rauf zum "The Blue Note", um uns
mit Renee und Nathalie zu treffen. Vor dem Lokal stehen bereits
lange Schlangen von Leuten, die Einlaß begehren, und von innen
dröhnt laute Rockmusik heraus. Wir entdecken Renee weiter vorne
in der Schlange und stellen uns zu ihr. Da das "Blue Note" eine der
wenigen Tanzlokalitäten ist, die man in Columbia unter 21 Jahren
betreten darf, sind scharenweise junge Leute da. An der Kasse bekommt
man neben dem üblichen Stempel auf die Hand auch noch ein
fluoriszierendes rotes Papierband ums Handgelenk geklebt, wenn man
alt genug ist, um Alkohol zu trinken (nämlich 21 oder älter).
Drinnen ist das "Blue Note" eigentlich sehr schön - wie ein
Theater. Es gibt eine Bühne, eine große Tanzfläche
davor, an der Rückwand eine lange Theke, und oben richtige
Balkone und Emporen, wo man sich unterhalb einer zweiten Bar an Tische
setzen und das Treiben im Saal von oben beobachten kann.
Alleine die Musik ist grausam, eine Art Trash-Metal und viel zu laut.
Die Bässe sind aufgedreht bis zum geht-nicht-mehr, und ich Trottel
habe auch noch die Ohrstöpsel vergessen. Jedenfalls halten wir es
nicht lange aus, während die anderen Anwesenden wir verrückt
tanzen. So gehe ich mit Gabi noch eine Runde um ein paar Blocks spazieren
und schließ gehen wir nach Hause.
- 24.8.95: Donnerstag - Vorlesungstag. Heute passiert
nicht viel aufregendes. Gabi hat 8 Stunden Programm, ich nur eine
einzige Veranstaltung: die Vorlesung "Database Managment Systems I".
Nachmittags fahre ich mit dem Fahrrad und dem Trekkingrucksack die
fünf Kilometer zum Nowells-Supermarkt und kaufe einen schweren,
vollen Rucksack voller Gemüse und Getränke, Essig und
Gewürze ein. Gabi kommt Abends ziemlich geschafft nach Hause, und
wir kochen Abendessen.
- 25.8.95: Freitag, Partytag. Adam verabschiedet sich
morgens im Haus von uns mit seiner üblichen Wochenendeinleitungsfloskel
"A good weekend to get drunk!", und Gabi und ich gehen in unsere Vorlesungen.
Dazwischen und danach kaufe ich in den beiden Buchläden auf dem
Campus meine Bücher. Leider sind sie bis auf eines bei dem billigeren
von beiden schon vergriffen, und bei dem anderen Laden stehen die
Studis Schlange, als gäbe es etwas umsonst. Am Ende habe ich
drei Informatikbücher für je etwa 60 Dollar gekauft. Und die
Literatur für die vierte Veranstaltung steht noch aus.
Nachmittags mache ich mit Gabi eine große Schüssel
Reissalat für die Einzugsfete in der University Avenue (wo
Dorothee und einige Freunde von Chris und Adam wohnen) und dann
ruhen wir uns aus bis kurz vor neun Uhr. Vorher hole ich noch
meinen ersten Diafilm im Fotoladen ab und stelle fest, daß
verglaste Rahmen unverschämt teuer sind. Immerhin, die Bilder
sind fast alle etwas geworden.
Neun Uhr abends. An der Uni ist auf dem
"Lowry Mall", direkt neben dem International Center gelegen, Freilichtkino.
"Speed" wird gezeigt. Die Akustik ist hier wesentlich besser als letzten
Montag in der Turnhalle. Der Film ist mies, ein typischer unrealistischer
Hollywood-Action-Film voller dummer Stereotypen wie hysterischer Frauen
und heldenhaften Männern mit dicken Knarren. Zum Film kommen auch
Dorothee, Nicole und Sebastian, ein Geschichte-Student aus Göttingen.
Nach dem Film radele ich zu Hause vorbei, um den Reissalat zu holen,
Während Gabi schon mal mit den anderen zur Fete radelt.
Chris sitzt mit einem Freund bei ein paar Dosen Bier auf der Treppe
und die beiden überlegen, was sie mit dem heutigen Abend anfangen
sollen. Die Party scheint die erste Wahl su sein, jedenfalls bis Chris'
Freundin und die Sorority-Frauen anrufen und man sich auf eine
Spontanfete einigt. So fahren Chris und sein Begleiter Bier kaufen,
ich schaffe den Salat in den Rucksack und fahre in die University Avenue.
Dort sitzen einige Leute auf der Wiese vor der Tür, einige
auf der Treppe, noch ein paar im Garten und im Haus verstreut. Es macht alles
trotz fast mitternächtlicher Stunde nicht gerade den Eindruck einer
rauschenden Fete. Das Bierfaß ist gut versteck in einer dunklen
Ecke des Hauses, und der Kühlschrank gibt gerade noch drei Flaschen
Beck's Bier (jau, das deutsche) her. Immerhin sind genügend Leute
da, um sich auf den Reissalat zu stürzen. Anschließend
hieve ich mit Adam die Geschirrkiste in dessen Auto, und damit wäre
dieses Problem erledigt.
Bald darauf taucht noch eine Gruppe aus dem Wohnheim der internationalen
Studierenden auf, darunter Ingo, Bernhard, Judith, Lena und Christina.
Ich unterhalte mich für eine Stunde oder zwei mit Lena über
viele Dinge, und sie ergreift nicht mal die Flucht, als ich zum Thema
Anwendungen von Parallelrechnern in der Wirtschaft schreite (weil sie vorher
meinte, Pascal und ein PC reichten doch für alle Anwendungen in der
BWL aus). Irgendwann möchte die Gruppe gehen, und da Lena nicht
alleine gehen will, geht sie mit.
Inzwischen ist das Bier alle, es hängen einige seltsam bedröhnte
Gestalten im Wohnzimmer rum und überhaupt sind nur noch ziemlich
wenige Leute da. Nach einer Weile Smalltalk mit Dorothee, Renee, Gabi
und wechselnden Leuten und nachdem Nicole den recht angetrunkenen
Brian nach Hause verfrachtet hat machen wir uns auf den Weg nach Hause
und gehen schalfen.
- 21.8.95: Samstag. Um 11 Uhr fahren Gabi und ich mit Lisa
(der aus unserem Haus) auf den Bauernmarkt, Frischgemüse kaufen
und anschließend in einem Supermarkt noch ein paar Sachen
zusammensuchen, die wir brauchen. Ich hänge ein Noitzbrett in
die Diele neben das Telefon, damit wir mit dem Rest der HausbewohnerInnen
kommunizieren können. Danach radeln wir ins Schwimmbad,
wo wir ein paar Blicke in unsere Bücher werfen und wo sich wenig
später drei der russischen Mädchen und zwei der Jungs zu uns
gesellen.
Um vier Uhr schließt das Bad, und so radeln Gabi und ich
noch bei der Lebensmittelchemie vorbei, die eine
Eisdiele betreibt und das beste
Eis in Columbia machen soll. Leider hat die Eisdiele nur werktags
von 12-5 nachmittags auf. Wir machen einen Abstecher über die
William Street, weil dort ein Haus der Uni namens "Wilderness
Adventures" zu finden ist, bei dem man sich die Klettererlaubnis
für die Kletterwand und Infos über Wildwassertouren usw.
besorgen kann. Leider haben die Leutchen dort nur ein Schild mit
einer Telefonnummer im Fenster und keine Öffnungszeiten, so
daß auch wenig bei dem Besuch herauskommt.
Auf dem Rückweg knuddeln wir noch mit ein paar jungen Katzen rum,
die in einem Vorgarten sitzen, bevor wir zu Hause ankommen.
Gegen zehn Uhr abends ziehen wir los ins "Blue Note", um dort Dorothee
und Nicole zur 70er-Disco-Party zu treffen. Diesmal präsentiert sich
das "Blue Note" ganz anders: Oldies, 70er Dekoration, das Publikum zum
Teil entsprechend angezogen, das Bier (etwa 0.4-Liter) kostet gezapft
nur einen Dollar. Die Oropax habe ich auch (zwar mußte ich sie
noch mal extra holen gehen, aber man wohnt ja um die Ecke).
Wir tanzen, trinken Bier, schreiben dem DJ 20 Wunschtitel auf, von denen
er keinen einzigen spielt, und gegen Mitternacht sind Gabi und ich so
müde, daß wir nach Hause gehen.
Dort laufen gerade die Vorbereitungen für eine weitere Spontanfete,
nachdem Chris und Adam heute Abend mit den Frauen von der Sorority
auf einer sehr offiziellen "Wir-zeigen-unsere-Männer-rum" - Veranstaltung
waren. Leider sabotiert Adam die Fete, indem er sich mit einem der
Mädels in seinem Zimmer verschanzt, bevor seine Lautsprecher
unten im Wohnzimmer hängen, und so wird es statt einer Fete
noch ein kleiner gemütlicher Plausch, bis alle enttäuschten
Gäste gegangen sind (und Adam und seine Frau endlich das
Badezimmer räumen) wird es halb drei Uhr morgens.
- 27.8.95: Heute ist Studiertag. Gabi liest stapelweise
Psychologiebücher, fährt schwimmen und setzt sich in den
Computerraum (der rund um die Uhr offen und besetzt ist) und schreibt
erste Referate. Ich setze mich im Liegestuhl mit kalter Limo auf die
Veranda und lese mich für die AI-Vorlesung in PROLOG ein.
Gelegentlich fahre ich per Rad die Straßen des Viertels ab, in
der Hoffnung, daß jemand für die morgige Müllabholung
Möbel wie Tische und Stühle oder Regale 'rausgestellt hat.
Nix dergleichen läßt sich finden, und so lande ich wieder
zu Hause. Später fahre ich zu Gabi in den Computerraum, um an
meinem Tagebuch zu schreiben.
Wieder zu Hause kochen wir Spaghetti mit Tomaten-Basilikum-Sahne-Soße.
Heute war der heißeste
und schwülste Tag seit fast zwei Wochen.
Kurz vor dem Schlafengehen herrscht noch mal Trubel im Haus: bei
einer Spontanspritztour per Auto hat sich Christie (die Freundin von
Chris bei uns im Haus) wohl irgendwie verfahren - jedenfalls ist sie
ohne jegliche Landkarte im Auto irgendwo in Iowa, 250 Meilen von
Columbia entfernt und ohne die geringste Ahnung, wie sie und ihre
Freundinnen nach Hause kommen sollen. Eine telefonische Landkartenanalyse
gegen Mitternacht klärt wenigstens, wo sie stecken. Ein paarmal
verfahren tun sie sich trotzdem noch.
- 28.8.95: Montag ist mal wieder Vorlesungstag. Ich habe
zwei Vorlesungen am Morgen und treffe mich gegen 1 Uhr zu Hause mit Gabi,
um Mittagessen zu kochen. Sie hat ihre ersten Fotos abgeholt, und so
verbringe ich den Nachmittag damit, ein paar davon zu scannen,
herauszufinden, wie man bei MacX mittlere und rechte Mausbuttons emuliert,
stelle fest, daß meine Kennung im Next und SGI Lab noch nicht
funktioniert und daß das "Helpdesk" des Computing Centers auch
nicht die geringste Ahnung von MacX hat. Schließlich landen
doch noch ein paar Bilder von den Hot Air Balloon
Championships im Tagebuch.
Im Student Health Center
stellt sich heraus, daß eine neue Impfung mit zwei Gaben von
Serum die einfachste Methode ist, die Masern-Policy der Uni zu erfüllen.
Leider ist der Kinderarzt, der mich vor 20 Jahren betreut hat, inzwischen
im Ruhestand und hat seine Akten vernichtet, so daß mir nichts
anderes übrig bleibt, als die Impfungen hier - wenigstens kostenlos -
nocheinmal zu machen. So mache ich einen
Termin für nächste
Woche am Mittwoch morgen ab.
Danach radele ich wieder zu den Lebensmittelchemikern und ihrem
Buck's Ice Cream Place, und siehe da,
ihr Eiscafe hat heute nachmittag geöffnet. Unvorsichtigerweise
bestelle ich gleich zwei Kugeln - "Tiger Stripes" und "Walnut" - für
den Preis von 1.50 Dollar (zusammen, nicht jede) und erhalte ein Hörnchen
mit gigantischen Kugeln. Das Eis ist ungeheuer lecker, und außerdem
wird es nicht nur zum sofortigen Verzehr verkauft, sondern auch in Packungen
zum mitnehmen - der Liter für zwei Dollar. Weil es in der Eisdiele
nach Chlor riecht (das daran angrenzende Eislabor wird gerade geputzt),
gehe ich nach draußen, um mein Eis dort zu essen. Nach einer
Weile gesellt sich der Mann, der mich eben bedient hat, zu mir, und ich
lasse mir von ihm die Geschichte des Eiscafes erzählen: es wurde in
Erinnerung an die uni-eigene Molkerei, die einmal in diesem Gebäude
war im Jahr 1987 als eine Stiftung von einem Lebensmittelchemikerehepaar
gegründet, das in den 40er Jahren in Columbia studiert hatte.
Seitdem verdient der Fachbereich ein paar Groschen am Eis und die
Studierenden haben einige neue Praktikumsplätze.
Das Eis wird auch ins Flat Branch,
die Brauerei-Kneipe in der 5th Street, und ein weiteres Restaurant
verkauft. Wie sich herausstellt, heißt der Eisverkäfer
Lennard, hat - wie fast jeder hier - deutsche Vorfahren und ist der
Professor für Lebensmitteltechnologie, dem das Eiscafe und das
Labor unterstehen.
Am Abend geht Gabi mit Nathalie zum Badminton-Spielen ins
Recreation Center und
ich radele ins Schwimmbad, wo bald auch einige Bekannte eintrudeln:
die russischen Mädels und Judith aus Saarbrücken.
Der Abend endet - wie üblich - damit, daß einige
Freundinnen von Chris und Adam zu Besuch kommen, Gabi, Adam und ich
Spaghetti kochen und wir nach einigem wirklich weltbewegendem
Gespräch auf dem Verandadach
schlafen gehen.
- 29.8.95: Heute habe ich erst um 1:15 Vorlesung.
In der Datenbankvorlesung passiert nichts weltbewegendes, dafür
habe ich aber um 3:40 die erste Vorlesung an der
School of Journalism.
Der Kurs heißt "New Media" und soll den Journalisten das
Internet näherbringen. Es handelt sich um ein Seminar mit
wöchentlichen Vorträgen (seitens der Dozenten, nicht der
Studierenden) und sechs Stunden praktischer Arbeit im Computerlabor
der Journalisten am
Digital Missourian, der Tageszeitung, die von der School of
Journalism herausgegeben und (noch - aber nicht mehr lange) auch als
Experiment kostenlos per Internet herausgegeben wird. Die Kommerzialisierung
schreitet fort: inzwischen hat der Missourian einen
eigenen WWW-Server, auf dem wir arbeiten sollen und der sich
gerade im Aufbau befindet. Netterweise kann man als Teilnehmer des
Seminars diverse nützliche Spielsachen wie digitale Kameras oder
Videoframegrabber benutzen.
Allerdings muß man dafür auch ein Projekt abschließen
und ein Paper einreichen sowie ein Buch zum Thema Journalismus und
neue Medien vorstellen. Mal sehen, was ich machen werde.
Die School of Journalism unterhält übrigens Kontakte zu einer
Vielzahl von Firmen, Presseorganen und Computerfirmen. Beispielsweise
gibt es einen vom Microsoft Network gesponsorten Computerraum, in dem
Studenten für den für hiesige Verhältnisse ungeheuer
hohen Stundenlohn von 10 Dollar Nachrichten für das Microsoft
Network aus dem Internet zusammenklauben (huhu Chris, schon Microsoft
ins Access-Deny auf den Servern eingetragen?).
Am Abend wollte ich mit Gabi eigentlich ins "Blue Note" gehen, weil
Joan Baez dort auftritt, aber 15 Dollar Eintritt ist uns dann doch
zu teuer und so radeln wir - nachdem Lisa für uns Stirfry
gekocht hat (eine Art Gemüseschmorpfanne - wir wollen in Zukunft
öfters mal zusammen kochen) und damit fast das Haus abgebrannt
hätte, weil sie das Bratöl auf die glühende Herdplatte
geschüttet hat - zum deutschen Stammtisch in
"Shakepeare's Pizza". Dort finden sich die üblichen Leute zusammen,
und bei der Gelegenheit verkünden Gabi und ich den Fetentermin
für unsere Einweihungsfete: Freitag nächste Woche.
Gegen 11 Uhr fahren wir nach hause, lernen noch ein wenig und gehen
schlafen.
- 30.8.95: Mittwoch - das heißt bei mir: zwei
Vorlesungen am Vormittag. Die KI-Vorlesung findet heute im Computerraum
statt, weil der Professor uns die Benutzung von MacProlog erklärt
und uns bei den ersten Programmierschritten hilft.
Gegen 14 Uhr radele ich die Worley Street runter in Richtung Mall,
um in einem Baumarkt nach geeigneten Regalen zu suchen und auf dem
Rückweg bei Nowell's und vom Bauernmarkt noch einige Lebensmittel
zu kaufen, denn heute abend sind Gabi und ich mit Kochen dran.
Zu hause angekommen lese ich ein wenig in meinen Buechern und fange
an, das Essen vorzubereiten Kartoffel-Gratin Dauphinois mit frischem
Spinat und Basilikum. Lisa, die mit uns um 6 Uhr verabredet ist,
verspätet sich, und so überrede ich Adam, mit mir per Auto
zum Baumarkt zu fahren, um Bretter und Regalwinkel einzukaufen.
Als wir zurückkommen, ist auch Lisa da, und so schieben wir das
Gratin in den Backofen, räumen die Küche auf und wenig
später wird das Essen bis auf den letzten Krümel aufgegessen.
Danach leihe ich mir Werkzeug von Adam und montiere zwei Regale bei
mir im Zimmer und eines bei Gabi, jeweils in der richtigen Höhe,
um die unteren Bretter auch als Schreibtische benutzen zu können.
Danach ist noch etwas Lernerei angesagt (unsere Mitbewohner sind mit
ihren Mädels ausgegangen - es herrscht Ruhe im Haus),
und der Mittwoch ist zu Ende.
- 31.8.95: Lernen, Datenbankvorlesung, um 2:30 fahre ich
mit Gabi zu Buck's Ice Cream Place, ein Eis verdrücken. Der
Professor erkennt mich wieder und hält uns ein Gespräch
über den Einfluß der deutschen Einwanderer in Missouri und
über Weinbau in der Region, bis ein Fernsehteam auftaucht und die
Eisdiele filmt. Danach ist Lernen angesagt: Gabi fährt in die
Bibliothek, ich in den Computerraum.
Gegen 6:30 fahre ich nach Hause und koche Abendessen - Reis mit
chinesischem, geschmortem Gemüse. Adam taucht auf, ißt
etwas mit und Gabi kommt auch bald. Nach dem Essen gehe ich mit Gabi
ins "Lakota", einer Kaffebar, ein bissl vergleichbar mit "Ubu Roi"
im Saarbrücker Nauwieser Viertel. Dort trinken wir Kaffee,
bis Renee überraschend auftaucht und wir mit ihr plaudern.
Später kommen auch noch Nathalie und einige andere Studierende
vorbei und Gabi und ich verschwinden rechtzeitig, um nicht in die
Gründungssitzung der "European Students Association" mit
hereingezogen zu werden.
Der Abend vergeht mit Bücherstudium.
Weiter zum September.
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