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3.3 Informationsaustausch

MITS hatte mit dem Altair-Computerbausatz in ein Wespennest gestochen. Offenbar war der Bedarf, einen Computer zu besitzen, so groß, daß hunderte von Leuten einer völlig unbekannten, kleinen Firma auf einen Bericht in einer Hobby-Elektronik-Zeitung hin Unmengen an Geld schickten.

Die Kundschaft bestand damals überwiegend aus Ingenieuren und Hobby-Elektronikern, die sich bereits mit Computern auseinander gesetzt hatten und in der Lage waren, einen solchen aufzubauen und zu reparieren [14]. Doch schon bald stellte sich die Frage, was man mit dem teuer erworbenen Computer anfangen konnte. Man mußte die Programme immer neu eingeben, wenn man sie benutzen wollte, und die Eingabe erfolgte mittels Schaltern. Als Ausgabe gab es lediglich einige Reihen Leuchtdioden. Eines der ersten Programme für den Altair war ein Gedächtnisspiel, bei dem der Computer ein Leuchtdiodenmuster anzeigte und der Spieler dies mit den Schaltern nachstellen mußte.

Da der Käufer außer dem Altair und einem Bauplan nichts bekam, waren Informationen vonnöten. Hier spielte ein Buch von   Adam Osborne eine wichtige Rolle: er hatte ein Buch über Programmierung und Funktion des 8080 geschrieben. Doch dies allein genügte nicht. Es bildeten sich Clubs mit dem Ziel des Informationsaustausches. Einer davon war der   Homebrew Computer Club. Er wurde von   Gordon French ins Leben gerufen. Er hing einfach ein Flugblatt mit der Aufforderung an Bastler und Computerinteressierte, sich am 5.März 1975 in Menlo Park in seiner Garage zum Informationsaustausch einzufinden. Die Resonanz war überwältigend. Bereits zum dritten Homebrew-Treffen kamen mehrere hundert Interessierte. So wurden schließlich die Treffen in einem Hörsaal in Stanford abgehalten. Eigentlich handelte es sich nicht um einen richtigen Club mit Mitgliedschaft. Es konnte kommen und gehen, wer wollte. Einzig eine bestimmte Tages- und Diskussionsordnung mußte eingehalten werden. Zum Leiter der Treffen avancierte   Lee Felsenstein, der auch in anderen Computerprojekten engagiert war. Neben dem Homebrew-Club bildeten sich, vor allem in grösseren Städten, andere Clubs. Und erste kleine Zeitungen mit Titeln wie 'The Hobbyist' und 'Micro-8-Newsletter' konnten abonniert werden.

Der Homebrew Club verursachte eine Vielzahl von Firmengründungen [2]. Bastler stellten ihre Ideen bei den Clubtreffen vor und gründeten zusammen mit anderen Computerbegeisterten eine Firma, wenn die Idee Anklang fand. So kam es, daß für den   Altair-Computer immer mehr Erweiterungen angeboten wurden.



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