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Schlußbemerkungen

Der Personal Computer hat ohne Zweifel die Welt verändert. Doch, im Gegensatz zu anderen Entwicklungen in der Geschichte der Technik, wurde diese Entwicklung nicht von der Industrie herbeigeführt. Es waren ausschließlich Privatpersonen, die aus Idealismus oder Geschäftssinn an der Idee des persönlichen Computers arbeiteten. Selbst beim Erfinder des Mikroprozessors, Intel, dachte man zuerst nicht an eine Nutzung als Herzstück von Computern, sondern zuallererst als Meß- und Steuerchip oder Steuereinheit für Taschenrechner oder Terminals.

Die Namen einiger wichtiger Personen sind fast unbekannt, obwohl sie die Entwicklung des Personal Computers maßgeblich beeinflußt haben. Wer kann beispielsweise mit dem Namen   Chuck Peddle etwas anfangen? Dabei entwickelte er den 6800, den 6502, KIM-1, PET, gründete die Firmen Victor und Sirius, in denen er PC's baute, entwickelte bei Tandon die Tandon Data Pacs, die ersten handlichen und unverwüstlichen Wechselplatten. Schon in den frühen 70er Jahren arbeitete er an einem DTP-System, scheiterte aber an den zu unterentwickelten Rechnern [2,4,8,9].

  Adam Osborne leistete wichtige Arbeit, indem er die ersten Bücher über Anwendung und Programmierung der ersten Mikroprozessoren schrieb. Sein Buchverlag veröffentlichte viele bekannte Bücher, und existiert heute als Osborne-McGraw/Hill noch. Er erfand den tragbaren Computer Osborne I und legte damit die Grundlagen für die Laptop-Entwicklung.

  Lee Felsenstein arbeitete fast immer im Hintergrund. Er engagierte sich in verschiedenen Bewegungen, die das Ziel hatten, möglichst vielen Leuten den Computer zugänglich zu machen. Er leitete die Homebrew-Computer-Club-Treffen, und unter anderem entwarf er die erste 4Kb-Speichererweiterung für den Altair, baute den Sol-Terminalcomputer, und war maßgeblich am Bau des Osborne I beteiligt.

Eine ganze Reihe von Leuten konnten in diesem Artikel nicht mehr erwähnt werden. Es sind die Leute, die die ersten Programme geschrieben haben, die auf frühen Personal Computern liefen.   Gary Kildall und CP/M wurden schon erwähnt. Eine wichtige Rolle spielten auch   Bill Gates und   Paul Allen, die Gründer von Microsoft. Ihr BASIC erleichterte in den ersten Jahren das Programmieren erheblich, und MS-DOS ist heute noch verbreitet. Peter Jennings schrieb das erste Schachspiel auf einem PC. Es lief 1976 im 2Kb-Speicher einer KIM-1 und wurde weltberühmt, weil es das erste Spiel auf einem Mikrocomputer war. Michael Shrayer schrieb die erste Textverarbeitung für Personal Computer - Electric Pencil. Software wurde immer wichtiger, je mehr verschiedene Rechner auf den Markt kamen. Dan Flystra schrieb mit Kollegen VisiCalc - ein Programm, welches den Erfolg des Apple II entscheidend beeinflußte. Und die Abenteuerspiele von Scott Adams waren für viele Leute der Grund, einen Computer zu kaufen.

Nicht zu vergessen den Einfluß der Firma Atari . Die Videospiele ihres Gründers Nolan Bushnell haben trotz heftiger Diskussionen über Jugendgefährdung viele Menschen, vor allem Jugendliche, dazu veranlaßt, sich mit Computern auseinanderzusetzen, wenn auch meistens zum Spielen. Das Videospielimage macht Atari heute noch zu schaffen: ihr Atari-ST Personal Computer wird nicht ernstgenommen, weil das Image des Videospiels bzw. Spielecomputers noch immer vorherrscht.

Was die einzelnen Personen tatsächlich geleistet haben, wird man erst genau nachvollziehen können, wenn sie ihre Lebensgeschichten veröffentlichen. Doch vorläufig erfreuen sich alle Beteiligten noch bester Gesundheit und sehen keinen Grund, ihre Memoiren zu schreiben.

Nach diesem Einblick in die Entstehungsgeschichte des Personal Computers sind hoffentlich wenigstens einige Zusammenhänge klar geworden. Jedenfalls wird es spannend sein, die weitere Entwicklung mitzuverfolgen.

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